Ausflüge

Wieso kauft der drei Fahrkarten?

15. April 2017, 12.42 Uhr

Wer sich fragt, warum ich gestern mit drei verschiedenen Zügen nach Warschau fuhr:

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Zum einen hatte ich – wie man sich denken kann – wenig Lust darauf, in Berlin wieder von einem übereifrigen Schaffner des Zuges verwiesen zu werden, weil ich keine Reservierung für mein Fahrrad hatte. Also dachte ich mir von Anfang an, mit dem Regional-Express von Berlin bis Frankfurt (Oder) zu fahren und erst dort in den Fernzug nach Warschau umzusteigen. Denn die polnischen Schaffner juckt es bekanntlich nicht, wenn kein Fahrradabteil im Zug ist und ich das Fahrrad einfach am Ende des Zuges abstelle.

Also wollte ich die Fahrkarte von Berlin bis Warschau durchgehend als Eurocity-Fahrkarte buchen und dann aus eigenen Stücken »downgraden« und nur Regional-Express fahren (das ist grundsätzlich immer möglich; man kann also theoretisch eine ICE-Fahrkarte kaufen und dann nur Regionalbahn auf gleicher Strecke fahren – umgekehrt geht das selbstredend nicht).

Aber das Buchungssystem der Deutschen Bahn hat mir mal wieder meinen Plan verdorben. Für die von mir gewählte Frühnachmittags-Verbindung gibt es keinen durchgehenden Zug von Berlin nach Warschau, nur den Zug von Berlin nach Gdynia, den man in Poznań verlassen und dort in einen direkt am gleichen Bahnsteig stehenden anderen Zug umsteigen muss.

Das Buchungssystem der Bahn bietet mir diese Verbindung an, ich kann sie theoretisch auch kaufen, aber praktisch bricht das System den Buchungsvorgang kurz vor dem Zahlen ab, da keine Zeit mehr sei, die Fahrkarten mit der Post zu versenden.

DEUTSCHE BAHN, ICH WILL ONLINE BUCHEN! DA MUSS MAN KEINE FAHRKARTEN MIT DER POST VERSCHICKEN!

Ich vermute, dass der andere Zugtyp von Poznań nach Warschau das Problem ist. Wahrscheinlich ist das Buchungssystem nicht in der Lage, für den in Deutschland unbekannten Zugtypen TLK (so etwas wie ein in Deutschland nicht mehr verkehrender Interregio) ein Ticket zu erstellen, das man sich selbst ausdruckt.

Also habe ich für die Verbindung von Rzepin (das ist der erste Bahnhof in Polen) bis Poznań eine Fahrkarte und für die Verbindung von Poznań nach Warschau noch eine weitere bei PKP Intercity gebucht. Denn auch die PKP ist nicht in der Lage, mir nur ein Ticket für die gesamte Strecke auszustellen. Man muss wegen der zwei Zugtypen wirklich zwei getrennte Tickets kaufen.

Nur von Rzepin (statt von Frankfurt) deswegen, weil die Reservierung für ein Fahrradabteil auch bei der PKP online nicht grenzüberschreitend möglich ist.

Nun wusste ich also, dass der Zug garantiert ein Fahrradabteil hat (denn ich hatte ja die Reservierung dafür), konnte aber in Berlin noch nicht in den Berlin-Gdynia-Express steigen, da ich keine Fahrkarte für den Eurocity von Berlin bis Rzepin hatte.

Toll, oder?

Das Stückwerk an Fahrkarten kommt am Ende ein klein bisschen teurer, als wenn ich mir das angebotene Europa-Sparpreisticket gekauft hätte. Sparpreis bei der Bahn wären 29,95 Euro plus 6 Euro für das Fahrrad gewesen. Nun zahle ich etwa 37 Euro. Also kein Drama. Aber auch nur, weil ich mir das Regional-Express-Ticket am Automaten über die VBB-Maske gekauft habe. Außerdem musste ich nun de facto von Frankfurt (Oder) bis Rzepin schwarz fahren. Sind nur 20 Minuten und etwa 20 Kilometer. Aber eben 20 Kilometer ohne gültiges Ticket.

Was machen bitte Leute, die nicht – wie ich – die Tücken dieser Buchungssysteme kennen und außerdem einen Account bei der PKP haben? Die wollen die Fahrkarte buchen. Es geht nicht. Also fahren sie Auto.

Ausflüge

Im EC nach Poznań

14. April 2017, 15.42 Uhr

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Vom Bahnhof Frankfurt (Oder) mit dem Berlin-Gdynia-Express bis Poznań Główny.

Ausflüge

Im RE nach Frankfurt (Oder)

14. April 2017, 13.57 Uhr

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Vom Bahnhof Alexanderplatz mit dem Regional-Express bis Frankfurt (Oder).

Ausblicke

Offener Brief an die Deutsche Bahn zum Thema Fahrradmitnahme im Berlin-Warszawa-Express

8. April 2017, 12.15 Uhr

Wer hier schon länger und regelmäßig mitliest, kennt die Geschichte vom Februar, als ich wegen meines Fahrrads aus einem Zug geworfen wurde.

Dazu habe ich eben der Bahn geschrieben:

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Der ganze Text im Wortlaut:

Guten Tag,

wie Sie am oben genannten Datum sehen können, ist der Vorfall schon ein bisschen her. Ich hatte mir für den genannten Zug für jenen Tag online eine Fahrkarte gebucht. Ich reise so gut wie immer mit Fahrrad.

Das Buchen der Fahrradreservierung ist online – warum auch immer – für den Berlin-Warszawa-Express nicht möglich (ich habe es mal testweise versucht: bis Frankfurt/Oder kann man online auch das Fahrrad mitbuchen). Ich löse dann immer eine Fahrkarte fürs Fahrrad im Zug beim Zugbegleiter beziehungsweise bei der Zugbegleiterin. Das hat noch nie Probleme gemacht.

An besagtem Tag war – trotz anders lautender Information im Fahrplan – kein Fahrrabteil im Zug. Ich stellte mein Rad in einem statt dessen vorhandenen Gepäckabteil im letzten Waggon ab. Das Fahrrad stand nicht im Weg, hat niemanden behindert. Es war sogar mit einem extra für solche Fälle von mir immer mitgeführten Expandergurt gesichert. Ein Schaffner sah das noch vor der Abfahrt und schmiss mich aus dem Zug (die lange Geschichte, es gab natürlich Diskussion zwischen uns, finden Sie dokumentiert auf meinem Blog).

Ich kam also trotz gebuchter Fahrkarte nicht an mein Ziel. Mein Ziel war meine Wohnung in Warschau. Das war total ärgerlich. Ich musste mir ein neues Ticket für den Folgetag kaufen (das dann am Ostbahnhof, Lichtenberg hat ja kein Kundencenter mehr), das nicht benutzte Ticket wurde mir nicht erstattet.

Eigentlich wollte ich mir damals die 35 Euro von Ihnen wieder holen. Hab ich nicht gemacht.

Es geht mir gar nicht so sehr ums Geld. Es geht mir um das Nicht-Funktionieren des Buchungssystems. Ich finde: ENTWEDER muss die Buchung des Fahrradtickets online möglich sein (und damit auch die Reservierung fürs Rad) ODER man muss sich darauf verlassen können, was der Fahrplan aussagt (»Fahrradmitnahme möglich«) ODER Ihre Zugbegleiter müssen etwas flexibler sein, wenn denn mal kein Fahrrabteil im Zug ist.

Drei Möglichkeiten.

Es geht aber in meinen Augen nicht, dass die Bahn (egal, ob DB die Züge stellt oder in dem Fall die PKP) mir keine der drei Möglichkeiten bietet und mich einfach stehen lässt, wenn das von der Bahn Angebote nicht funktioniert.

Konkret schreibe ich jetzt (aus Warschau), weil ich wieder eine Fahrkarte buchen möchte. Für Karfreitag, den EC55 um 14.37 Uhr ab Berlin mit Umstieg in Poznań auf den TLK nach Warschau). Ich bin jetzt in Warschau. Ich habe also gar keine Möglichkeit, mir direkt am Schalter der Bahn eine Fahrradkarte zu kaufen.

Nun muss ich überlegen: kaufe ich die Fahrkarte für mich und hoffe darauf, dass stimmt, was im Fahrplan steht (»Fahrradmitnahme begrenzt möglich«). Oder muss ich auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen, wo mir die Fahrradmitnahme immer möglich ist? Dem Bus nämlich. PolskiBus bietet das an. Kostenlos.

Ich fahre gerne mit der Bahn. Und würde auch gerne in Zukunft mit der Bahn fahren. Wenn das nun aber immer ein Vabanquespiel wird mit dem Rad, lass ich das bleiben. Sie sehen anhand meiner BahnCard-Nummer (und den Buchungen darüber), dass ich viel Bahn fahre. Ich bin kein Super-oft-Bahnfahrer, aber eben auch kein Nur-einmal-im-Jahr-Fahrer.

Könnten Sie mir bitte grundsätzlich auf mein Anliegen antworten?

Bitte keine Floskeln à la »Im Fahrplan steht aber, dass eine Reservierung zu erfolgen hat und diese hatten Sie nicht«. Das weiß ich. Mir geht um eine kundenfreundliche Lösung. Ich will meine Fahrkarte online buchen. Nicht zum Bahnhof fahren müssen. Dann kann ich mir die ganze Online-Buchung schenken.

Könnten Sie mir vor allem bitte auf die Frage antworten, ob der EC55 am Karfreitag verlässlich ein Fahrrabteil hat?

Noch eine kleine Geschichte zur Ergänzung: vor etwa drei Wochen hatte ich Besuch aus Berlin in Warschau. Der Besuch kam mit der Bahn. Wollte sein Rad mitnehmen. Der Besuch kannte meine Geschichte und wollte sich für die bereits online gekaufte Fahrkarte am Schalter noch die Fahrradkarte dazu kaufen. Das ging nicht. Hin (nach Warschau) wäre gegangen, zurück (nach Berlin) nicht. Es ging EC43 am Mittwoch, 22.03.2017, ab Berlin 9:37 Uhr, und um EC42 am Samstag, 25.03.2017, ab Warszawa Centralna um 14:00 Uhr. Also, selbst wenn man es will, kann man die Fahrradkarte nicht am Schalter kaufen. Zumindest nicht für gewünschte (und auch schon gebuchte) Verbindungen.

Noch ein P.S.: die Kollegen von der PKP reagieren immer mit einem Schulterzucken, wenn ich mein Rad (ab Warschau) bei nicht vorhandenem Fahrradabteil in den letzten Waggon stelle. Solange es nicht im Weg steht und nicht umfallen kann, ist denen das völlig wurscht.

Danke für die Antwort, die hoffentlich bald folgt

Achim Bodewig

Ausblicke

Speisewagen ohne Strom. Kein Fahrradabteil.

22. März 2017, 15.05 Uhr

Der Zug aus Berlin kam pünktlich um 15 Uhr an. Mit Besuch. Aber ohne Fahrradabteil (obwohl mein Gast eine Fahrradkarte für diesen Zug hätte kaufen können – hat er dann aber nicht gemacht, weil für den Zug zurück nach Berlin, der schon online gebucht war, keine Fahrradplatzreservierung möglich war). Und mit einem zweckfreien Speisewagen. Zweckfrei, weil ohne Strom. Außerdem war ein Großraumwagen unbeheizt und ebenfalls ohne Strom.

Echt, Deutsche Bahn. Echt, Polskie Koleje Państwowe. Bringt mal euren Berlin-Warszawa-Express auf Zack. Ich finde das alles inzwischen echt ein bisschen peinlich. Das ging vor zwei Jahren wesentlich besser.

Ausflüge

»Ich mache dem Fahrgast ein Abteil frei«

12. Februar 2017, 10.40 Uhr

Kurz vor dem Wechsel der Zugbegleiter an der Grenze werden mein Fahrrad und ich dann doch noch kontrolliert. Eine sehr freundliche und gut gelaunte Schaffnerin knipst mir meine Fahrkarten ab.

Darf ich Sie was Theoretisches fragen?

Ja, gerne.

Wie verhalten Sie sich, wenn in diesem Zug kein Fahrradabteil ist und jemand ohne Reservierung fürs Rad mitfahren möchte?

Ich mache dem Fahrgast ein Abteil frei. Da kann er dann sein Rad abstellen.

Ohne weitere Probleme?

Ja, solange genug Platz im Zug ist.

Danke.

Der Zug gestern war total leer.

Ausflüge

Kein Mensch interessiert sich für mein Rad

12. Februar 2017, 10.36 Uhr

Seit fast vierzig Minuten sitze ich in meinem Zug nach Warschau, wir sind schon kurz vor Frankfurt (Oder) und kein Mensch wollte bislang meine Reservierung fürs Fahrrad sehen:

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Der Wagen 267 hat ein diesmal tatsächlich ein Fahrradabteil.

Ausflüge

Kleine Panikattacke am Bahnhof

12. Februar 2017, 9.50 Uhr

Der Zug, den ich gestern verlassen musste, fuhr am Bahnhof Lichtenberg vom Gleis 16 ab. Wenn ich das eben in der Bahnhofshalle richtig gesehen habe, tut er das heute auch.

Am Gleis 16 wird ein Regionalzug nach Eberswalde um 10.06 Uhr angezeigt.

Gleis 15 (selber Bahnsteig) zeigt gar nichts.

Der Fahrplan am Bahnsteig zeigt diesen Zug nicht an, weil er nur wegen Bauarbeiten von Lichtenberg fährt.

Auf meiner Fahrkarte steht der Bahnsteig nicht.

Der Bauarbeiten-Fahrplan am Bahnsteig sagt die Bahnsteignummer nicht an.

Die App der Deutschen Bahn zeigt auch keinen Bahnsteig an:

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Was soll denn das schon wieder, Deutsche Bahn?

In mir eine leichte Panikattacke, dass der Zug an einem komplett anderen Bahnsteig ankommt und ich mit Rad durch den Bahnhof rasen muss, wenn ich sehe, dass der Zug woanders ankommt.

Ausflüge

Wagen 271 (Speisewagen) fehlt

12. Februar 2017, 9.52 Uhr

Kurzer Erleichterungsseufzer:

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Der Zug wird jetzt an Gleis 15 angezeigt.

Er hat kein Zugrestaurant. Ich bin sehr gespannt, ob der Wagen 267 ein Fahrradabteil hat.

Ausflüge

»Fahrradmitnahme begrenzt möglich«

11. Februar 2017, 18.28 Uhr

Das mit der Fahrradmitnahme habe ich mir übrigens nicht ausgedacht. Der heutige Zug:

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Also ich denke, wenn die Bahn das anbietet, muss sie (oder die PKP) auch dafür sorgen, dass das reibungslos funktioniert.

Entweder immer das Fahrradabteil im Zug haben.

Oder die Buchung der Reservierung online möglich machen.

Oder die Schaffner dazu anhalten, sich flexibel zu zeigen.

Alles drei nicht zu machen, finde ich noch immer ein Unding. Das mit der Platzreservierung für die Fahrgäste klappt ja auch online.

Ausflüge

Immer Ärger bei der Fahrradmitnahme im Berlin-Warzsawa-Express

11. Februar 2017, 17.40 Uhr

Ein etwas irritierendes Bild, wenn man weiß, dass »mein« Zug nach Warschau um 16.50 Uhr in Lichtenberg abgefahren ist:

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Was ist in den vergangenen 50 Minuten geschehen?

Ich war mehr als pünktlich am Bahnhof Lichtenberg (wegen Bauarbeiten kann der Zug derzeit nicht auf der östlichen Stadtbahn fahren, startet statt am Hauptbahnhof am Bahnhof Gesundbrunnen und hält statt am Ostbahnhof am Bahnhof Lichtenberg), der Zug kam (fast) pünktlich an und ist (fast) pünktlich abgefahren. Ich hatte mein Gepäck und mein Fahrrad auch schon im Zug verstaut.

Trotzdem befinde ich mich nun im Reisezentrum des Ostbahnhofs.

Der Zug hatte – wie so oft – trotz Eindeutigkeit im Fahrplan (»Fahrradmitnahme begrenzt möglich«) kein Fahrradabteil. Das kenne ich seit zwei Jahren. Mir ist es seit zwei Jahren ein Rätsel und manchmal ein Ärgernis. Beispiele in meinem Blog: hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Wohlgemerkt: alles auf der Verbindung Berlin–Warschau, die laut Fahrplan immer Fahrradmitnahme anbietet.

Beim Buchen der Fahrkarte im Online-Buchungssystem der Deutschen Bahn kann man die Fahrradmitnahme als Option anklicken. Auch bei den folgenden drei bis fünf Schritte während der Buchung meckert das System nicht. Erst ganz am Schluss, beim Bezahlen, kommt die Meldung, dass die Fahrradkarte nicht gekauft werden kann. Man wird gefragt, ob man die Buchung abbrechen oder ohne Fahrradkarte fortsetzen will. Ich setze immer fort und kaufe die Fahrkarte beim Schaffner im Zug. Seit zwei Jahren gab es da noch nie ein Problem.

Heute geriet ich an einen extrem unfreundlichen, von Beginn an auf Krawall gebürsteten Zugchef, der zufällig in den dreißig Sekunden vor Abfahrt des Zuges in »meinen«, dem letzten Waggon (in dem eigentlich das Fahrradabteil sein sollte) war. Statt des Fahrradabteils hatte der Waggon ein kleines Gepäckabteil, wo das Rad stand. Es hat niemanden behindert. Es stand nicht im Weg.

Haben Sie eine Reservierung für das Fahrrad?

Nein, ich habe aber eine Fahrkarte für das Rad.

Ohne Reservierung kann das Rad nicht mit.

Laut Fahrplan hat der Zug aber ein Fahrradabteil.

Das ist egal, ohne Reservierung kommt das Rad nicht mit.

Die Reservierung funktioniert online nicht.

Dann müssen Sie eben am Schalter eine Reservierung kaufen.

Damit wird doch der Online-Fahrkartenverkauf ad absurdum geführt. Fahrkarte online von zu Hause kaufen, trotzdem zum Bahnhof gehen müssen, um die Fahrradkarte zu holen.

Ja, das ist dann so.

Da stimmt doch mit der Bahn was nicht. Fahrradabteil lauf Fahrplan vorhanden, Onlinebuchung nicht möglich.

Mir egal, Fahrrad kommt nicht mit.

Was soll ich jetzt machen?

Lassen Sie das Rad hier.

Ich kann doch das Rad nicht auf dem Bahnsteig stehen lassen.

Mir egal. Das Rad kommt nicht mit.

Kann ich das Rad in das Behindertenabteil stellen?

Nein, in diesem Zug fährt kein Fahrrad mit.

Oder ganz am Ende des Zuges, da stört es auch niemanden?

In diesem Zug fährt kein Fahrrad mit. Ich bin für die Sicherheit des Zuges zuständig. Kein Fahrrad ohne Fahrradabteil.

Können Sie sich bitte etwas flexibler zeigen? Ich muss nach Warschau, ich bin dort zwei Monate, ich kann mein Fahrrad nicht hier am Bahnsteig stehen lassen.

Dann fahren Sie und das Fahrrad nicht mit.

Das geht so nicht. Ich habe eine Fahrkarte gebucht.

Aber keine Reservierung.

Und nun?

Ich bin hier Chef, ich lass den Zug nicht abfahren, ich rufe dann die Bahnpolizei.

Noch einmal meine Bitte: können wir eine Lösung finden?

Nein, Sie verlassen jetzt den Zug oder ich rufe die Polizei.

Und er nahm sein Telefon in die Hand.

Es war inzwischen eine Minute nach geplanter Abfahrt des Zuges (der Zug kam zwei Minuten nach Plan am Bahnhof an, die Verzögerung hatte also nichts mit mir zu tun. Eskalieren lassen wollte ich die Situation nicht. Unter Protest haben ich, mein Fahrrad und meine zum bequemeren und schnelleren Einstieg vom Fahrrad abgemachten vier Ortlieb-Taschen den Zug verlassen.

Zufällig hatte ich zwei Freunde am Bahnsteig getroffen, die Zeugen der Situation wurden. Sie bestätigten mir, dass ich nicht unfreundlich war, dass das Rad nicht im Weg stand und dass der Schaffner von Anfang an an keiner Lösung interessiert war. Der brauchte offenbar seinen kleinen Diktatorenmoment.

Am Bahnhof Lichtenberg gibt es seit Jahresbeginn kein Reisezentrum mehr. Also musste ich zurück nach Friedrichshain zum Ostbahnhof fahren.

Dort wollte ich meine nicht benutzte Fahrkarte nach Warschau umtauschen in eine für den nächsten Morgen.

Das geht nicht. Die hat Zugbindung.

Ich war ja sogar im Zug. Ich durfte nicht mitfahren.

Der Kollege muss Vorschriften einhalten. Sie hatten keine Reservierung für das Rad.

Aber die Reservierung ist online nicht möglich.

Dann müssen Sie eben hierher kommen und die Reservierung für Ihr Rad am Schalter kaufen.

Das ist doch absurd. Warum kaufe ich meine Fahrkarte online?

Weil Sie es von zu Hause aus machen können.

Genau. Und dann soll ich für die Fahrradreservierung hierher kommen? Das kostet mich mindestens eine Stunde.

Ja. Das müssen Sie dann tun.

Ich hatte schon einmal eine Reservierung, trotzdem hatte der Zug kein Fahrradabteil. Da ist doch kein System zu erkennen.

Schulterzucken.

Ich bekomme meine Fahrkarte also nicht erstattet?

Nein.

Ich hab dann eine neue Fahrkarte gekauft. Und eine Reservierung fürs Fahrrad. Für Sonntagmorgen.

Immerhin bekam ich die Fahrkarte, die ich für mein Rad am Schalter in Lichtenberg gekauft hatte, erstattet. Aber auch da gab es ein kleines Wortgefecht.

Was haben Sie denn da für ein Fahrradkarte? Die ist ja völlig falsch! Das ist ja eine Tageskarte für den Regionalverkehr.

Eine Fahrradkarte für den Fernverkehr kann man am Automaten nicht kaufen. Die kostet im Zug mit BahnCard 6 Euro, die Tageskarte für den Regionalverkehr ist die teuerste am Automaten. Die kostet 5,50 Euro.

Das ist doch Quatsch, was Sie da gekauft haben.

Die Bahn bietet mir die Fahrkarte, die ich brauche, nicht an. Weder online, noch am Automaten. Am Automaten gibt es Tagestickets für NRW, für Bayern, sogar für die ÖBB. Hier in Berlin. Total sinnvoll. ÖBB-Fahrradkarte in Berlin. Aber keine für den Fernverkehr.

Das stimmt nicht.

Ist mir jetzt egal, können Sie mir wenigstens die verrechnen?

Ja, kann ich.

Immerhin.

Drei Minuten später hatte ich meine am Schalter ausgedruckten fünf DINA-4-Blätter in der Hand. Fahrkarte für mich. Fahrkarte fürs Fahrrad. Reservierung fürs Fahrrad. Bestätigung über die Zahlung der Fahrradkarte. Bestätigung der Zahlung der Gesamtsumme. Totaler bürokratischer Irrsinn.

Noch eine Minute später probiere ich am Automaten im Reisezentrum – genau gegenüber vom Schalter mit den Leuten der Deutschen Bahn – noch einmal aus, ob sich nicht doch irgendwo die Fahrradkarte für den Fernverkehr versteckt. Tut sie nicht. Ich bitte die Dame, mit mir an den Automaten zu kommen (das Reisezentrum war total leer), sie klickt sich selbst durch die Menüs und muss dann kleinlaut feststellen:

Sie haben recht, das geht nicht. Was soll denn das ÖBB-Ticket hier? Das brauch doch kein Mensch. Und Bayern? Das ist ja blöd.

Meine Rede. Danke. Schönen Abend.

Autsch

Willkommen in Berlin

1. Februar 2017, 23.10 Uhr

Deutsche Bahn, wie wäre es, diese total eklige und stinkende Pissecke zu beseitigen:

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Das ist das Erste, was man von Berlin sieht (und riecht), wenn man aus dem Zug aus Warschau an Gleis 6 ankommend den Aufzug am Ostbahnhof unten verlässt.

Und zwar regelmäßig.

Ausflüge

Lob an die Bahnen

1. Februar 2017, 17.55 Uhr

Das erste Mal seit Ewigkeiten hat der Berlin-Warszawa-Express tatsächlich das im Fahrplan immer versprochene Fahrradabteil:

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Ich weiß gar nicht, wo oft ich mein Fahrrad schon in den ersten oder den letzten Waggon in den Gang habe stellen müssen. Oder gar in ein Personenabteil habe bugsieren müssen. Daher: großes Lob an PKP und DB.

Ausflüge

Post aus Karlsruhe

28. Januar 2017, 20.06 Uhr

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Ausflüge

Wie funktioniert das denn?

25. Dezember 2016, 17.59 Uhr

Dieses Zuglaufschild sehe ich erst jetzt:

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Wie soll das funktionieren? Wenn der Zug aus Dresden über Südkreuz am Berliner Hauptbahnhof ankommt, kommt er unten im Tunnel an, nach Warschau fährt er allerdings oben auf der Stadtbahn ab.

Ausflüge

Schon wieder kein Fahrradabteil

25. Dezember 2016

12.51 Uhr. Irgendwie wäre es echt schön, wenn Deutsche Bahn und PKP es mal auf die Reihe brächten, den Zügen Fahrradabteile zu spendieren, wenn es so im Fahrplan steht.

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Meine Idee war es nicht, das Rad in ein Personenabteil zu legen (anders geht die Türe nicht zu), die Schaffnerin am Ostbahnhof erzählt mir etwas vom Eisenbahn-Bundesamt und dass ihren Job verlieren könnte, wenn ich das Rad einfach in den letzten Waggon stellte.

13.02 Uhr. Der Fahrplan sagt, dass Fahrradmitnahme möglich sei:

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Abschaum

Willkommen in Berlin

9. Dezember 2016, 23.12 Uhr

Der erste Eindruck in Berlin, nachdem ich am Ostbahnhof mit meinem Fahrrad aus dem Aufzug aussteige:

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Es stinkt nach Pisse. Und zwar allerübelst. Der Boden vor dem Aufzug ist total nass. Alles vollgepisst. Ekelhaft.

Berlin ist echt eine Siffstadt. Nach zwei Jahren in Warschau ist es kaum zu ertragen, wie verdreckt Berlin an prominenten Stellen sein kann.

Ausflüge

Letzte Möglichkeit

9. Dezember 2016, 23.09 Uhr

Das wäre jetzt meine letzte Möglichkeit gewesen, mit einem Nachtzug von Warschau nach Köln zu fahren:

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Aber ich wollte ja am Berliner Ostbahnhof schon aussteigen.

Ein ewiges Rätsel wird mir nun vermutlich auch die Farbgebung der CNL-Waggons bleiben. Dieser Crème-Ton sieht immer so aus, als seien die Fahrzeuge total schmutzig und seit Wochen nicht in einer Waschstraße gewesen. Vor allem im direkten Vergleich mit dem Lichtgrau der IC-Waggons und ICE-Züge.

Ausflüge

Post aus Karlsruhe

7. Dezember 2016, 20.49 Uhr

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Ausflüge

Der Charme der untergangenen DDR

26. August 2016

Die DDR gibt es es seit 26 Jahren nicht mehr, ihren »Charme« kann man aber noch immer auf den Fernbahnsteigen des Bahnhofs Berlin-Lichtenberg atmen.

16.00 Uhr:

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16.02 Uhr. Reichsbahn-Dieselschnelltriebzug VT 18:

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16.05 Uhr:

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16.48 Uhr. Wegen Bauarbeiten auf der Stadtbahn fährt der Berlin-Warszawa-Express (der vor 26 Jahren natürlich nicht so hieß) derzeit von Berlin-Gesundbrunnen bzw. vom Bahnhof Lichtenberg:

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