Archive for the 'Ausflüge' Category

Ausflüge

Subversive Polen

10. Juli 2017, 19.59 Uhr

Die Demo auf dem Schlossplatz (plac Zamkowy) ist vorbei. Zum Schluss der Veranstaltung wurde dazu aufgerufen, den Versammlungsort möglichst rasch zu verlassen, um die PiS-Leute besonders dämlich dastehen zu lassen. »Lasst uns alle nach Hause gehen, dann stehen hier 2.300 Polizisten für nichts rum«.

Nun scheint sich dieser Tag des Zusammentreffen der »Smolensk-war-ein-Attentat-Spinner« zu einer veritablen Versammlung gegen Kaczyński & Co. zu entwickeln. Eine Demonstration für das Recht aufs Demonstrieren.

Ich bin gespannt, wie das nächsten Monat aussehen wird.

Es waren etwa 2.000 Menschen da. Menschen, die gegen Jarosław Kaczyński und seine PiS demonstriert haben.

Hier sieht man einen Teil davon am nördlichen Ende der ulica Senatorska. Der Straße, die am Schlossplatz beginnt und an der ich wohne:

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Üblicherweise fahren hier Autos. Die subversiven Polen haben sich mal eben die Straße geschnappt.

Ausflüge

Alternatives Reisen in Mitteleuropa

5. Juli 2017, 11 Uhr

Vor etwa fünfzehn Jahren habe ich beschlossen, nach Möglichkeit in kein Flugzeug mehr zu steigen. Treibhausgase. Fluglärm. Wegen sowas. Ich finde, man muss immer bei sich selber anfangen, wenn man die Welt besser haben will. Das ist leider manchmal etwas mühsam. Zweimal habe ich mein Vorhaben in den vergangenen zehn Jahren gebrochen. Einmal bin ich von Berlin nach Sankt Petersburg geflogen (und zurück). Das wäre mit dem Zug alleine wegen der Visa total umständlich geworden. Ich war wegen der Arbeit dort, da war dann auch keine Zeit für jeweils zwei Tage An- und Abreise. Und einmal bin ich von Thessaloniki nach Berlin geflogen. Auf dem Hinweg mit dem Zug. Via Budapest, Belgrad und Sofia. Das war toll, dauerte aber am Ende wegen eines ausgefallenen Zuges drei Tage.

Ich bin nach Kopenhagen eingeladen worden. Mit dem Flugzeug wäre das eine Sache von 90 Minuten Flug und etwa 800 Złotych für das Flugticket. Das sind um die 200 Euro. Ganz billig ist das nicht. Aber wenigstens schnell.

Man kann aber auch mit dem Zug fahren. Oder mit der Fähre. Ein bisschen Abenteuer.

Zuerst die Variante auf dem Landweg.

Das, was einem von der Bahn standardmäßig angeboten wird, ist der Weg über Berlin und Hamburg:

Dauert um die 15 Stunden. Kostet mindestens 150 Euro.

Man kann sich das aber auch selbst zusammenstellen. Und zwar direkt Richtung Norden und dann einmal um die westliche Ostsee herum.

Von Warszawa Centralna nach Szczecin Główny:

Dauert (wegen Bauarbeiten an der Bahnstrecke westlich von Warschau) um die 7 Stunden. Kostet mit dem TLK um die 70 Złotych, also etwa 18 Euro.

Von Szczecin Główny nach Lübeck Hauptbahnhof:

Dauert um die 5 Stunden. Kostet mit dem Regionalexpress über Schwerin 23 Euro.

Von Lübeck Hauptbahnhof nach Københavns Hovedbanegård:

Dauert um die 5 Stunden. Kostet 42 Euro.

Macht zusammen 17 Stunden Reisezeit. Und etwa 92 Euro (inklusive Fahrradkarten) Kosten für Bahntickets.

Dann gibt es aber auch noch die Fähre. Ich bin noch nie mit einer Fähre über die Ostsee gefahren.

Von Warszawa Centralna nach Świnoujście:

Dauert um die 9 Stunden. Kostet etwa 80 Złotych, also etwa 20 Euro.

Von Świnoujście nach Trelleborg mit der Fähre:

Dauert um die 6 Stunden. Kostet genau 80 Euro.

Von Trelleborg nach Københavns Hovedbanegård:

Dauert 1 Stunde. Kostet 142 schwedische Kronen. Etwa 14 Euro.

Die Variante mit der Fähre kostet insgesamt also auch nur um die 120 Euro.

Ich glaube, ich mach das so: eine Richtung mit der Fähre, die andere Richtung mit dem Zug über Lübeck (und dann natürlich auch ein bisschen mit der Fähre). Und wenn ich Lust habe, halte ich unterwegs und schau mir Städte an.

Ausflüge

20 Minuten zum Strand

27. Juni 2017

Für Herrn F. aus H. gab es das schon live per iMessage.

15.36 Uhr. Bei mir vor dem Haus:

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15.42 Uhr. Auf der Śląsko-Dąbrowski-Brücke (most Śląsko-Dąbrowski), der Strand ist schon in Sicht:

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15.48 Uhr. Unter der Brücke, auf der »wilden« Seite der Weichsel:

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15.51 Uhr. Ab in die Weichselauen:

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15.55 Uhr. Als einziger Mensch weit und breit:

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Ausflüge

Streckenfundstücke

14. Juni 2017

Obwohl beide Städte meiner Reise (Danzig im Norden, Warschau am südlichen Ende meiner Zugfahrt) westlich der Weichsel (Wisła) liegen, führt die Bahnstrecke größtenteils auf östlicher Seite der Flusses.

Beim Start der Reise in Warschau hat man die ziemlich spektakuläre Weichselüberquerung über die most średnicowy gleich nach dem Bahnhof Centralna, nach dem Start in Danzig dauert es etwa zwanzig Minuten, bis man bei Dirschau (Tczew) über die imposante Eisenbahnbrücke fährt. Vom Zug aus sieht man sehr gut die direkt neben der Bahnbrücke liegende Straßenbrücke.

19.49 Uhr:

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19.58 Uhr. Zehn Minuten später fährt man an der Ordensburg Marienburg (Zamek w Malborku) vorbei:

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Ausflüge

Fast den falschen Zug genommen

14. Juni 2017, 19.23 Uhr

Hier kommt der richtige Zug:

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Laut Fahrplan hätte er 19.17 Uhr abfahren (und entsprechend ein paar Minuten früher kommen) sollen. Gegen 19.15 Uhr kam am selben Bahnsteig (aber auf dem anderen Gleis) ein anderer Fernzug an. In dem hatte ich mein Gepäck schon drin.

Am Hauptbahnhof Danzig (Gdańsk Główny) gibt es leider weder einen Wagenstandanzeiger noch – wie man auf dem Bild sehen kann – Zugzielschilder an den Gleisen. Ich bin also davon ausgegangen, dass der Zug, der an »meinem« Bahnsteig zu »meiner« Zeit ankommt, auch mein Zug sei. Ich hatte meine zwei Ortlieb-Taschen schon im Zug, wollte gerade das Fahrrad holen, da schloss ein Schaffner die Türe des Waggons. Ich, eh schon leicht in Hektik, weil »mein« Waggon Nummer 10, für den ich eine Platzreservierung habe, am anderen Ende des Zuges war und ich auf der Suche nach dem Fahrradabteil die komplette Zuglänge entlang gerannt bin, mach den Schaffner kurz an, dass er doch bitte noch auf mich und mein Fahrrad warten solle. Der Schaffner fragt mich, wo ich denn hinwolle. Nach Warschau, sage ich ihm, er schüttelt den Kopf und sagt, dass der Zug nach Olsztyn fahre.

In der Hektik hatte ich natürlich nicht auf die Zuglaufschilder am Zug selbst geachtet.

Das ist echt total doof. Warum gibt es an diesem Bahnhof diese Schilder nicht? Zwar gibt es Durchsagen, die sind natürlich ausschließlich auf Polnisch. In denen wird so viel erzählt, dass man als Ausländer nicht einmal versteht, wohin der nächste einfahrende Zug überhaupt fährt. Nach den Durchsagen gab es immer Massenwanderungen auf dem – wie man sieht – sehr vollen Bahnsteig (fünf Minuten vorher war er noch voller). Ich verstehe immerhin, dass viele Zahlen genannt werden. Vermutlich die Wagennummern und wo welcher Teil des Zuges hält. Und um welche Zeit er wo ankommt. Aber ein kurzes »next train to Olsztyn« auf English würde dann auch nicht schaden.

Ich verstehe das wirklich nicht. In Warschau ist das Leitsystem im Bahnhof total vorbildlich. Der Hauptbahnhof in Danzig wurde erst kürzlich saniert. Dass es diese Schilder offenbar in der Vergangenheit überhaupt nicht gab, finde ich schon sehr ungewöhnlich. Aber dass sie im 21. Jahrhundert bei einer Sanierung nicht angebracht wurden, kann ich wirklich nicht verstehen.

Vollends verwirrend wird es für Ausländer (ich kenne das schon seit zwanzig Jahren), dass in Polen zwischen Bahnsteig peron«) und Gleis tor«) unterschieden wird. Ich stehe hier also auf Bahnsteig 1 an den Gleisen 4 und 2.

Auf den polnischen Zugtickets steht übrigens weder Bahnsteig- noch Gleisnummer. Niemals.

Ausflüge

Pesa trifft Alstom

14. Juni 2017, 19.08 Uhr

SA133 trifft ED250:

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Ein Dieseltrebwagen von Pesa und ein Hochgeschwindigkeitszug (»Pendolino«) von Alstom im Hauptbahnhof Danzig (Gdańsk Główny).

Ausflüge

Do wiedzenia Gdańsk

14. Juni 2017, 19.01 Uhr

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(Wach von 1 bis 2 und seit ½ 8.)

Ausflüge

Frühstücks-Selfie

13. Juni 2017, 9.00 Uhr

Schoko-Croissant auf der Seebrücke von Brösen (Molo w Brzeźnie):

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Ausflüge

Dramahimmel

13. Juni 2017, 7.18 Uhr

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Auf dem Großen Seesteg in Zoppot (molo w Sopocie) mit Blick aufs Grand Hotel.

Ausflüge

Dzień dobry Sopot

13. Juni 2017, 7.05 Uhr

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Auf dem Großen Seesteg in Zoppot (molo w Sopocie).

(Wach seit ¼ nach 6.)

Ausflüge

Kunst. Literatur. Fahrrad. Bett.

13. Juni 2017, 0.53 Uhr

Eine Besonderheit in Polen – zumindest für Deutsche – sind die Mietwohnungen. Fast jeder in Polen wohnt in seiner eigenen Wohnung (jeder Mieter konnte 1989 die Wohnung, in der er oder sie wohnte, für den Preis einer Monatsmiete kaufen – also für einen Złoty, nach heutiger Kaufkraft).

Die paar wenigen Mietwohnungen sind meist nur sehr kurzfristig, meist mit Verträgen mit einer Laufzeit von einem Jahr, vermietet. Und möbliert.

Mein Warschauer Freund Tomasz, der Anfang des Jahres nach Zoppot gezogen ist, wohnt noch bis Herbst in einer Mietwohnung. Dann zieht er in seine neue (gekaufte) Wohnung um.

Hier ein Detail aus dem Schlafzimmer:

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Kunst an der Wand. Bücherregal. Oma-Bett. So richtig Oma-Bett. Das Fahrrad gehört nicht zum Inventar. Sonst alles. Auch die (sehr alten) Bücher.

Ausflüge

Bier mit Tomek

12. Juni 2017, 21.03 Uhr

Bier für zwei. Fisch nur für mich:

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In der Bar Przystań am Strand in Zoppot (Sopot).

Ausflüge

Dobry wieczór Gdańsk

12. Juni 2017, 19.51 Uhr

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Blick auf die Kräne der ehemals stolzen Danziger Werft (Stocznia Gdańska).

(Wach seit 7.)

Ausflüge

Eis mit Tomek

11. Juni 2017, 20.00 Uhr

Eisessen mit Tomasz auf dem ziemlich hässlich bebauten plac Zdrojowy (»Badplatz«), dem Platz zwischen Zoppoter Seesteg (molo w Sopocie) und der ehemaligen Seestraße (heute ulica Bohaterów Monte Cassino):

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Das Eis von »Prawdziwe Lody« ist sehr lecker.

Meine Vernetzungen in Polen sind nun schon so gut, dass ich Bekannte habe, die von Warschau nach Zoppot gezogen sind, die ich sehr spontan und fast zufällig auf der Straße treffen und mit denen ich Eis essen gehen kann.

Ausflüge

Omas letzter Wohnort

11. Juni 2017, 19.32 Uhr

Mackensenallee 6:

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Der letzte Wohnort meiner Großmutter in Zoppot. Heute ulica Tadeusza Kościuszki.

Ausflüge

jest 18:17

11. Juni 2017, 17.59 Uhr

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Piroggen. Der Besuch aus Tel Aviv und Berlin liebt sie. Deswegen schon wieder Piroggen. Im »Mocno nadziane« in der ulica Haffnera in Zoppot (Sopot).

Ausflüge

Hallo geliebte Ostsee

11. Juni 2017, 16.43 Uhr

Blick auf die westliche Danziger Bucht (Zatoka Gdańska) am Strand von Brösen (Brzeźno):

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Ausflüge

Dzień dobry Gdańsk

11. Juni 2017, 12.56 Uhr

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(Wach seit ½ 9.)

Ausflüge

Morgenkaffeeausblick

11. Juni 2017, 8.57 Uhr

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Ausflüge

Warten auf die Berliner

10. Juni 2017, 19.17 Uhr

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Essen mit Rainer vor dem »Swojski Smak« in der ulica Jana Heweliusza.

Ab heute Abend wird es mit den Leuten um mich herum und deren Verknüpfungen kompliziert.

Ich bin mit meinem alten Freund Rainer, den ich sogar noch aus Schwäbisch Hall kenne und mit dem ich in Berlin Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre zusammengewohnt habe, mit dem Zug von Warschau nach Danzig gefahren.

Rainer erwartet seinen Freund Rainer, der mit dem Auto auf dem Weg von Berlin nach Danzig ist.

Mit an Bord sind Shmulik und Sarah. Shmulik ist ein in Berlin lebender Israeli. Sarah ist seine in Israel lebende (und auch dort geborene) Mutter. Shmuliks Großeltern stammen aus Polen. Väterlicherseits aus Warschau (wo der Vater vergangenes Jahr schon auf Spurensuche war), mütterlicherseits aus Danzig.

Sarah habe ich schon im vergangenen Jahr in Warschau kennengelernt. Sie ist etwa so alt wie meine Mutter. Ihre Mutter wiederum ist – wie meine Großmutter – eigentlich Danzigerin. Zumindest hat sie bis zu ihrer Auswanderung nach Palästina in den 1930er-Jahren in Danzig und Zoppot gelebt.

Shmulik und Sarah wollen nun die Orte der Jugend ihrer Großmutter beziehungsweise Mutter ausfindig machen.

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