Archive for the 'Aha' Category

Aha

Was ist das denn?

21. Juli 2017, 0.32 Uhr

Kleine Vorgeschichte zu diesem Foto:

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Bier trinkend und Regenbogenfahne schwenkend war wir die vergangenen zwei Stunden nicht unauffällig. Ein sehr offensichtlich sehr homosexueller junger Mann näherte sich uns, bis wir irgendwann in Kontakt kamen. Die verstockten polnischen Homos machen das von sich aus nicht, also hab ich ihm irgendwann zugelächelt. Er lieh sich dann von mir die Fahne, ließ sich damit von seiner Begleiterin fotografieren, irgendwann finden wir an mit einander zu reden.

Wir drei bis vier sehr selbstbewussten Schwule, die abwechselnd Polnisch, Englisch und Deutsch mit einander sprachen, müssen einen sehr großen Reiz auf ihn ausgelöst haben. So groß, dass er uns (dann nur noch zu dritt – Nummer vier muss morgens früh arbeiten gehen) zu sich nach Hause einlud. »Auf ein Bier.« Ich vermute eher, dass er eine kleine Orgie im Kopf hatte. Das hatten »wir Berliner« aber für uns schon ausgeschlossen.

Bei ihm zu Hause, Fußmarsch etwa 20 Minuten vom Sejm entfernt, musste ich gleich aufs Klo und sah dann das, was auf dem Foto zu sehen ist, auf der Ablage über dem Waschbecken. Keine 30 Sekunden, nachdem ich das Foto gemacht hatte – ich war noch nicht richtig fertig im Bad –, kam der Gastgeber rein und zog sich die zwei Lines. Vermutlich Mephedron. Mephedron ist sehr populär in Polen. Der Arme. Jetzt ist er total fickrig. Und wir wollen ihn nicht ficken.

Aha

In Polen gibt es keine Kaffeefilter

27. Juni 2017, 18.01 Uhr

In den letzten zwei Wochen war ich in drei Supermärkten und habe nach Papier-Kaffeefiltertüten gesucht. Es gibt ganze Kaffeebohnen. Es gibt gemahlenen Kaffee. Es gibt Instantkaffee. Aber es gibt keine Filtertüten. Es gibt nicht einmal einen polnischsprachigen Wikipedia-Artikel dazu:

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Offenbar ist Melitta Bentz’ Erfindung in Polen wirklich unbekannt. Kaffee wird hier »polnisch« getrunken: gemahlener Kaffee in Kanne oder Tasse, heißes Wasser drauf, nach Wunsch Milch und Zucker dazu, umrühren, fertig. So wurde mir schon vor 25 Jahren der erste Kaffee in Polen serviert.

Zu Hause trinke ich – Kaffeeliebhaber wegschauen – Instantkaffee mit Sojamilch. Schmeckt mir am besten. Und bei der Menge Kaffee, die ich am Tag trinke, wäre »richtiger« Kaffee von der Koffeinmenge her auch einfach zu viel.

Gäste bekommen allerdings Filterkaffee. Bislang reichten meine aus Berlin beim Umzug mitgebrachten Filtertüten. Die sind nun seit ein paar Wochen alle.

Aha

Google, du machst mir Angst

30. Mai 2017, 8.51 Uhr

Auf dem iPhone nach Monika Herrmann suchen und dabei feststellen, dass Google weiß, dass ich heute Geburtstag habe:

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Post aus Thành phố Hồ Chí Minh

27. Mai 2017, 14.45 Uhr

Dieser Tage fragte mich ein Freund aus Berlin, ob ich eigentlich seine Postkarte aus Vietnam bekommen hätte. Hatte ich nicht. In Vietnam war er im März.

Gerade aus dem Briefkasten geholt:

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Geschrieben (und vermutlich in einen Briefkasten gesteckt) am 23. März, abgestempelt am 21. April, in Warschau angekommen Ende Mai.

Passend dazu hat der Absender heute Geburtstag.

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Sofort geräumt

16. Januar 2017, 19.50 Uhr

Wie ich gestern erst schrieb – es wird sofort geräumt:

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Es hat gerade mal wieder drei Zentimeter geschneit, schon sind die Räumfahrzeuge, wie hier auf dem Piłsudski-Platz (plac Piłsudskiego, im Hintergrund der Schneepflug und das Metropolitan-Gebäude), unterwegs.

Ja, ich fahre trotzdem noch Fahrrad.

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Kulturkampf um kranke Kinder

15. Januar 2017, 17.24 Uhr

Dieses rote Herz bekam ich unterwegs aufgeklebt, weil ich für das WOŚP gespendet habe:

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WOŚP, das »Große Orchester der Weihnachtshilfe«, ist der Abschluss einer privat initiierten jährlichen Spendenaktion, die dieses Jahr wie jeden ersten oder zweiten Sonntag im Januar schon zum 25. Mal stattfindet.

In Polen wird inzwischen selbst die Hilfe für kranke Kinder politisiert. Aus irgendwelchen, mir bislang noch nicht klaren Gründen, ist die WOŚP für die Regierung bäh.

Die TVP-Website berichtet nicht darüber, in den Hauptnachrichten um 20 Uhr wird es später nur in einer 16-Sekunden-Meldung geben.

Man kann inzwischen wirklich sagen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Polen nur noch eine reine Propagandamaschine ist. Nach den Hauptnachrichten wird über den versuchten angeblichen »Putsch« eine »Dokumentation« gesendet. Nichts vom »Putsch« in Polen gehört? Die PiS nennt die inner- und außerparlamentarischen Proteste gegen den Versuch der Einschränkung der freien Presseberichterstattung aus dem Sejm und die Proteste gegen den vermutlich illegal verabschiedeten Haushalt 2017 so.

Aber zurück zu WOŚP: Erstaunlich fand ich heute auf dem Spaziergang, dass trotz des Versuchs der Ächtung dieser Spendenaktion fast alle Menschen, die mir heute begegnet sind, so ein rotes Herz trugen. Spenden als Zeichen des Protestes gegen die Regierung? Möglicherweise kann man das so sehen.

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»TKM«

13. Januar 2017, 20.30 Uhr

Wieder etwas gelernt: »TKM« ist die Abkürzung für »Teraz, kurwa, my«:

Das heißt so viel heißt wie »Verdammt, jetzt sind wir dran«. Wortwörtlich übersetzt: »Jetzt, Nutte, wir«. »Kurwa« wird auch in Deutschland jeder kennen, es wird im Polnischen als ganz allgemeines Schimpfwort verwendet. Wie im Deutschen »Scheiße«.

Geprägt haben soll diesen Spruch – natürlich – Jarosław Kaczyński im Jahr 1997.

Gemeint ist damit, dass sich die »Herrschenden« »nehmen« und erlauben können, was sie wollen, wenn sie »dran« sind. Tolles Demokratieverständnis. Wie man seit 15 Monaten wieder sieht.

Wobei man sagen muss, dass sie auch die PO in ihrer Amtszeit an diese Mentalität gehalten hat. Nur nicht ganz so unverschämt, wie es jetzt wieder die PiS tut.

Aha

Das Jahr 2016 in Zahlen

31. Dezember 2016

1598 → mit dem eigenen Fahrrad gefahrene Kilometer

10 → mit Leihfahrrädern gefahrene Kilometer

9050 → mit der Bahn gefahrene Kilometer (grob gerechnet)

30 → in einem Auto mitgefahrene Kilometer (grob geschätzt)

0 → geflogene Kilometer

3 → gejoggte Kilometer

77,3 → Kilogramm Körpergewicht zum Jahresbeginn

78,9 → Kilogramm Körpergewicht zum Jahresende

72,8 → Kilogramm Körpergewicht im Sommer (Tiefststand)

5 → Bücher oder umfangreiche Broschüren, die meinen Computer in Richtung einer Druckerei verließen

1 → verrecktes Apple-Produkt

0 → neu gekaufte Apple-Produkte

5 → Fahrten mit dem Berlin-Warszawa-Express

3 → Bahnfahrten nach oder von Berlin, die nicht im Berlin-Warszawa-Express stattfanden

4 → mehrtägige Besuche in Berlin

1 → Ausflug nach Süddeutschland

1 → Ausflug nach Masuren

1 → Ausflug nach Danzig

1 → Ausflug nach Krakau

6 → im Zelt (bzw. auf einer Bushaltestellenbank) verbrachte Nächte

293 → in der eigenen Wohnung verbrachte Nächte

18 → mal (mindestens) Schwimmen in masurischen Seen

1 → mal Schwimmen in der Ostsee

0 → mal Duschen auf Campingplätzen

21 → Familienmitglieder, die ich getroffen habe (davon 20 binnen einer Woche)

1 → großes Familientreffen

1 → neues Familienmitglied

1 → Beerdigung

22 → Freunde, die bei mir zu Besuch waren (mehrere mehrfach)

66 → Tage (mindestens), die mich meine Depression gelähmt hat

7 → Spaziergänge (mindestens) als Therapieversuch gegen die Depression

3 → Besuche in Museen

19 → politische Demonstrationen, an denen ich teilnahm

Aha

Schulnoten in Polen: andersrum

16. November 2016, 13.15 Uhr

Heutiger Aufmacher in der Gazeta Wyborcza:

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Ein Jahr Regierungsübernahme durch die PiS. Ein Jahr Kabinett Beata Szydło. Die Gazeta Wyborcza hat den Ministerinnen und Minister Schulnoten gegeben. Ich wundere mich zuerst über die 1 bei Außenminister Witold Waszczykowki, dann auch über die 1+ für die Bildungsministerin Anna Zalewska. Beide sind mir eher unangenehm aufgefallen. Und dann nach etwas Recherche: die 1 ist die schlechteste, die 6 die beste Note im polnischen Schulnotensystem.

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Das nenne ich Service

2. November 2016, 18.36 Uhr

Mir ist ein Bügel einer meiner zwei Brillen abgebrochen. Der Rest der Brille ist noch in Ordnung. Die Brille hatte ich vor drei Jahren online bei Brille24 bestellt. Ich dachte mir, mal schauen, ob es so einen Bügel auch als Ersatzteil gibt.

Es gibt den Bügel als Ersatzteil. Und zwar kostenlos!

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Man loggt sich in sein Kundenkonto ein, kann die Bestellung von vor drei Jahren aufrufen und dort jedes beliebige Ersatzteil seiner vor Jahren gekauften Brille bestellen.

Aha

Total auf Zack

18. Oktober 2016, 14.14 Uhr

Die Hermes-Tracking-App ist ja total auf Zack:

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Aha

Das älteste Verkehrsschild Warschaus ist jetzt das neueste

14. Oktober 2016, 17.50 Uhr

An dieser Stelle stand einst das älteste Verkehrsschild Warschaus, jetzt steht hier das neueste:

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Der ganze Kreuzungsbereichh aleja Solidarności / ulica Targowa wurde umgebaut und modernisiert (mit neuen Radwegen, die noch im Bau sind), auch die Straßenbahn bekam hier neue Gleise.

Was ich erstaunlich finde: offenbar hielt man es vor vierzig Jahren (oder wann auch immer das alte Schild aufgestellt wurde) noch nicht für nötig, auf städtische Bezirke hinzuweisen, dafür fehlen jetzt die ehemaligen Woiewodschaftsstädte Suwałki und Lublin.

Ich hoffe, das alte Schild hat es in irgendein Lager oder gar in ein Museum geschafft.

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Berliner Wahl-O-Mat

2. August 2016, 12.54 Uhr

Das Ergebnis meiner Wahl-O-Mat-Befragung zur Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2016:

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Klick aufs Bild öffnet Wahl-O-Mat Berlin 2016.

Aha

Corpus delicti

16. Juni 2016, 18.29 Uhr

Wegen meiner Arbeit war ich seit Samstagabend gar nicht mehr auf der Straße und konnte mir also auch gar nicht von unten ansehen, wie unglaublich störend die von meinem Vermieter beanstandete kleine Regenbogenflagge tatsächlich ist:

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Aha

Womit man sich in der zehntgrößten Stadt der EU auseinandersetzen muss

14. Juni 2016

Wer die Bilder in meinem Blog in den letzten Tagen gesehen hat, wird bemerkt haben, dass ich – wie im vergangenen Jahr zur Parada Równości – erneut eine Regenbogenflagge auf meinem Balkon gehisst hatte. Sie ist seit Sonntagnachmittag wieder eingeholt.

Letztes Jahr sprach mich mein Vermieter etwa zwei Wochen nach der Parade an (der Vermieter wohnt nicht im Haus, er hat aber offensichtlich ständigen Kontakt zu mindestens einer Person im Haus), dass sich Nachbarn von der Flagge gestört fühlten. Ich habe nur die Stirn gerunzelt und damals schon gemeint, diese Nachbarn sollten mir das doch bitte direkt sagen. Er meinte noch, dass er mir natürlich nicht verbieten könne, eine Flagge auf den Balkon zu hängen, aber ich solle wissen, dass die Situation in Polen eine andere sei als in Deutschland und dass vor ein paar Jahren ein Schwuler in Warschau, der ebenfalls eine Regenbogenflagge an seiner Wohnung hängen hatte, eine kleine Brandbombe in seine Wohnung geworfen bekam.

Damit war das Thema für mich erledigt. Ich dachte vor einem Jahr: im Juni 2016 zur Parada Równości werde ich die Fahne wieder hissen.

Heute nun bekam ich eine E-Mail von meinem Vermieter. Sinngemäßer Inhalt (er schreibt mir immer auf Polnisch): Nachbarn hätten ihm wieder von der Flagge berichtet, ich solle an die Kirche gegenüber denken und die Flagge vom Balkon entfernen. Mein erster Gedanke: was soll das denn jetzt? Ich war im Arbeitsstress, habe ihm kurz geantwortet, dass ich die Fahne am Sonntag bereits wieder in die Wohnung genommen habe und nahm mir vor, ihm ausführlich zu antworten. Fünf Minuten nach meiner Antwort: erneute E-Mail. Es könne gar nicht sein, er hätte die Flagge vor 25 Minuten selbst gesehen.

Und tatsächlich: ich hatte zwar die große Stoff-Regenbogenflagge (im Format 200 × 140 cm) eingeholt, dafür aber eine kleine, 21 × 16 cm große, die in Massen auf der Demo selbst von einer polnischen Initiative (kph – kampania przeciw homofobii – Kampagne gegen Homophobie) verteilt wurde, in einen Blumenkasten gesteckt.

13.19 Uhr. Seht ihr sie, die kleine böse Regenbogenflagge?

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In den darauf folgenden dreißig Minuten erhielt ich nun noch eine E-Mail und zwei SMS, doch sofort die Flagge zu entfernen.

Zwischendurch habe ich einen befreundeten Warschauer (schwulen) Antwort Anwalt befragt, ob ich mir Stress einhandeln kann, wenn ich die kleine Flagge nicht einhole. Er meinte: Wohnung sei Privatraum, der Balkon gehöre dazu, ich könne damit machen, was ich wolle. Das würde auch in Polen wie Balkondekoration behandelt. Selbst die große Flagge (die er selbst auf meinem Balkon kennt) wäre kein Problem.

Ich bleibe also standhaft und werde meinem Vermieter demnächst einen langen Brief über Vielfalt, Respekt und Nicht-im-Schrank-leben-wollen schreiben.

Aha

Post aus Kiel

31. Mai 2016, 20.37 Uhr

Die Handschrift erkenne ich doch sofort:

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Ich muss sagen, ich bin ziemlich überrascht.

Aha

Kraftfaust mit Geschwindigkeitsaktion

7. Mai 2016, 12.54 Uhr

Fundstück vor dem Müllcontainerhäuschen:

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Aha

Nicht-Vegetarier frühstücken seltsame Dinge

1. Mai 2016, 13.52 Uhr

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Aha

Immerhin

1. Mai 2016, 13.41 Uhr

Immerhin für eine kleine Gewichtskorrektur war meine Erkältung der letzten Tage gut:

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Aha

Trägt man in Krakau

17. April 2016, 12.18 Uhr

Die sind bei entsprechenden Wetterbedingungen wohl Pflicht als Radfahrer:

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Krakau gilt als einer der schmutzigsten Städte Polens, was die Luftqualität angeht. Das liegt zum einen an der Tallage an der Weichsel, auch am Indivudualverkehr und vor allem an den Kohlekraftwerken in der Umgebung.

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