Archive for August, 2017

Abhängen, Ausflüge, Ausgehen

Drei Stunden in der Strandbar

31. August 2017

19.45 Uhr. Ich sitze noch immer in der Guingueta El Campaner:

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Der schlimme Regen hat nachgelassen. Ich hänge hier noch ab. Ich bin total entspannt. Der Urlaub fängt für mich jetzt auch im Kopf so richtig an. Ich freue mich auf morgen. Ich freue mich auf die nächsten acht Tage.

19.47 Uhr. Zum bestellten dritten Bier bekomme ich ohne Bestellung eine kleine Tapa:

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Der inzwischen aufgetauchte schwule Wirt (ziemlich jung und ziemlich niedlich) weiß natürlich nicht, dass ich Vegetarier bin. Im Urlaub gilt dann wieder »scheiß auf den Vegetarismus«.

20.50 Uhr:

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20.55 Uhr. Ich könnte hier noch stundenlang sitzen bleiben und aufs Meer glotzen:

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20.59 Uhr. Meine 100 Meter ins Hotel:

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Irgendwie gefällt es mir hier. In diesem kleinen Kaff Portbou.

Ausflüge

és 18:17

31. August 2017, 18.17 Uhr

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Abhängen, Ausflüge, Ausgehen

Drei Stunden in der Strandbar

31. August 2017

17.37 Uhr. Was ich hier in Portbou wirklich nicht erwartet hätte, war eine Homo-Strandbar, die Guingueta El Campaner:

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Patriotische Homo-Strandbar mit katalanischer Variante der Regenbogenflagge.

17.38 Uhr. Ob es am Wetter liegt oder am Ort, weiß ich nicht. Ich bin aber nicht nur der einzige Homo, ich bin auch der einzige Gast in dieser einzigen offenen Strandbar in Portbou:

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Die einzige heute arbeitende Bedienung sieht nicht wirklich schwul aus. Auf Nachfrage, warum hier an der Strandbar drei Regenbogenflaggen hängen, meint der Kellner, der Chef hätte sie aufgehängt.

17.48 Uhr. Mein erstes richtiges Essen seit drei Tagen:

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Arbeit, Ausflüge

Feierabend im Arbeitssaal

31. August 2017, 17.14 Uhr

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Das war jetzt wirklich ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag für mich. Was die Arbeitszeiten angeht. Beginn um neun Uhr, kurze Unterbrechungen um zehn und um vier, Feierabend nach fünf. Nur die Umgebung ist deutlich anders als üblich.

Der Speisesaal des Hotels wird nur noch als Frühstücksraum genutzt. Das Hotelrestaurant gibt es nicht mehr. Den Raum hatte ich also den ganzen Tag für mich alleine.

Ich habe schon lange nicht mehr so entspannt gearbeitet. Dazu hatte ich zum Glück – wer mich kennt, kennt auch diese Macke von mir – Sojamilch und Instantkaffee im Gepäck. Wunderbar zu beobachten durch die großen Fenster draußen ein bisschen kleinstädtisches katalanisches Leben. Und der Beginn des Regentages. Es hat zwischendurch schon mehrmals heftig geschüttet.

Das an der Eingangstüre des Hotels versprochene Wi-Fi gibt es tatsächlich. Es ist aber derartig schwachbrüstig, dass ich zum Datentransfer mit meinem Rechner zweimal die 150 Meter zum Strand zur dortigen Touristeninformation gelaufen bin. Dort gibt es freies und vor allem sehr schnelles WLAN.

Ausflüge

¡Hola Portbou!

31. August 2017, 10.13 Uhr

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(Wach seit ¼ nach 6.)

Ausflüge

Frühstück ab ½ 9

31. August 2017, 8.45 Uhr

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Es ist noch warm. Es regnet noch nicht. Ich freue mich trotzdem total über meine gestrige Entscheidung, hier im Hotel geblieben zu sein.

Ausflüge

Tag 1

30. August 2017

Teil 1: Von Sète nach Agde,

Gefahrene km: 30,18, Fahrzeit: 1 Stunde 30 Minuten, Vmax: 36 km/h, Vmix: 19,31 km/h.

Auf 30 Streckenkilometern 20 Höhenmeter überwunden.

Teil 2: Von Cerbère nach Portbou.

Gefahrene km: 7,07, Fahrzeit: 46 Minuten, Vmax: 29,10 km/h, Vmix: 9,67 km/h.

Auf 7 Streckenkilometern 200 Höhenmeter überwunden.

Ausflüge

In Portbou hängengeblieben

30. August 2017

19.59 Uhr. Blick aus Zimmer 203 des Hostal Costa Blava:

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In der vergangenen Viertelstunde habe ich meine Pläne für heute noch einmal umgeworfen. Ich werde heute nicht mehr bis nach Cadaqués fahren. Ich müsste über noch drei Berge ähnlichen Kalibers wie der Höhenzug mit der Grenze. Der Wind ist echt tückisch, auch wenn er meist von hinten kommt. In einer Stunde wird es dunkel, ob ich bis dahin die noch verbleibenden 35 Kilometer schaffen werde, ist sehr fraglich.

Morgen regnet es den ganzen Tag. Es ist Arbeit angekündigt. Ich müsste mich also am Morgen aus dem verregneten Zelt schälen und mit dem MacBook unterm Arm in ein Café setzen. Das sind sehr triste Aussichten für die ersten Stunden des morgigen Tages.

Bei der Einfahrt nach Portbou hat mich eben wieder dieser morbide Charakter des Ortes gefangen. Ich erinnere mich, wie ich 1986 und auch 1991, als ich hier durch den Ort fuhr, fasziniert war von dem kleinen Städtchen. Diese massiven Bahnanlagen, die man von oben bei der Einfahrt sehen kann. Diese leicht melancholische Stimmung, die über dem Ort zu schweben scheint.

Dann sehe ich das Schild »Hostal Costa Blava«, am Hoteleingang ein Wi-Fi-Logo. Ich denke, ach, komm, Achim Bodewig, jetzt geh da rein und frage, was ein Zimmer kostet. Richtig günstig ist es nicht, aber um die 120 Euro für zwei Nächte sind okay.

Ich habe mich jetzt also – statt wie geplant, zwei Nächte im Zelt au dem Campingplatz in Cadaqués zu schlafen – für zwei Nächte in Portbou eingemietet.

20.43 Uhr. Bier auf der Hotelterrasse:

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Ich bin sehr zufrieden mit meiner Entscheidung.

Ausflüge

Streckenfundstücke

30. August 2017

Zwischen Cerbère und Portbou fährt die Bahn durch einen Tunnel. Sie fährt aber leider nur alle zwei Stunden. Es gibt natürlich eine auch Straße, die führt aber über einen Höhenzug von 200 Metern und einen Pass, den Coll dels Belitres.

Inzwischen ist aus dem Wind Sturm geworden. Zumindest sagt mein iPhone, dass im Moment Böen von bis zu 90 km/h herrschen. Immerhin kommt der Wind meist von hinten. Bei einer Serpentinenstrecke aber eben nicht ständig von hinten. Wie mühsam die Fahrt mit dem Fahrrad ist, kann man sich denken.

18.55 Uhr. Blick auf Cerbère. Der helle Kasten rechts der Bildmitte ist das Hôtel Belvédère du Rayon Vert:

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18.57 Uhr. Blick gen Norden, nach Frankreich:

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18.58 Uhr. Blick gen Süden, nach Spanien. Ich kann schon mein Ziel sehen, das Cap de Creus:

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19.04 Uhr. Noch einmal Cerbère:

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19.09 Uhr. Die Bahnanlagen und Umladestation für den Güterverkehr sind regelrecht in den Berg hineingebaut und enden auch dort:

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Auf spanischer Seite gibt es eine breitere Spurweite als in Frankreich. In Frankreich sind es – wie in ganz Europa bis zur ehemaligen Grenze der Sowjetunion – 1.435 Millimeter. Auf der Iberischen Halbinsel sind es 1.668 Millimeter.

19.17 Uhr. Die ehemalige Grenz- und Zollstation:

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Die Station von spanischer Seite aus fotografiert auf einer Postkarte aus den 1960er-Jahren:

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So sah das noch aus, als ich mit den drei Mädels, die ich in zwei Tagen in Cadaqués treffen werde, 1986 das erste Mal über diese Strecke fuhr. Mit dem Auto. Mit meinem Citroën GS.

19.20 Uhr:

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19.22 Uhr. Portbou. Erster Ort auf spanischer Seite:

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19.25 Uhr. Blick auf Cap de Creus:

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Ich fahre extrem langsam den Berg runter. Dieser Wind ist echt krass. Ich habe nach jeder Kurve Angst, dass es mich vom Fahrrad wehen könnte.

Architektur, Ausflüge

Frankreich, deine (Grenz-)Bahnhöfe

30. August 2017

18.23 Uhr. Ankunft am Grenzbahnhof Cerbère bei 33 Grad Außentemperatur:

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18.28 Uhr:

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18.33 Uhr:

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18.37 Uhr:

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18.39 Uhr:

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18.46 Uhr. Vergangene Pracht – das ehemalige Hôtel Belvédère du Rayon Vert:

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18.48 Uhr:

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Ausflüge

Streckenfundstück

30. August 2017, 18.20 Uhr

Kurz vor meinem heutigen Zielbahnhof Cerbère fährt die Bahn wirklich direkt an der Küste lang:

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Zwischen Bahnstrecke und Mittelmeer ist nur noch Platz für einen kleinen Pfad und einen halbnackten Wanderer.

Ausflüge

il est 18h17

30. August 2017, 18.16 Uhr

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Ausflüge

Streckenfundstücke

30. August 2017

Warum ich das Bahnfahren (meist) liebe: man kann aus den Fenstern glotzen und beobachten, wie sich die Landschaft um einen herum verändert.

Gegen 17 Uhr kann ich leider nicht selbst fotografieren. Die Bahn scheint hier übers Wasser zu fahren.

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Foto: Au fils de rails

17.31 Uhr. Die Pyrenäen kommen in Sichtweite:

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17.38 Uhr:

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Ausflüge

Frankreich, deine (Umsteige-)Bahnhöfe

30. August 2017, 16.05 Uhr

Ich muss meine Pläne schon wieder ein bisschen umwerfen. Eigentlich wollte ich von Sète bis nach Cadaqués komplett mit dem Fahrrad fahren. Das sind etwa 220 Kilometer. Allerdings soll es morgen den ganzen Tag regnen. Nein, es soll schütten. Da will ich natürlich weder auf dem Fahrrad sitzen noch in einem Zelt schlafen müssen. Ich fahre also die nächsten 160 Kilometer wieder Bahn. 25 Kilometer habe ich heute schon hinter mich gebracht, dann bleiben mir heute zum Abend noch einmal 35 Kilometer bis zum Ziel.

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Bahnhof Agde (gare d’Agde).

Autos

Coole Karre

30. August 2017, 14.50 Uhr

So einen hatte ich mal:

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Das war 1985 mein erstes Auto. Ein Renault 5 GTL mit fünf Türen in fast der gleichen Farbe. Meiner war silbergrau. Er starb einen sehr unschönen Tod, weil mir ein Motorradfahrer in die linke Seite gedonnert war.

Entdeckt in Marseillan.

Ausflüge

Mit Rückenwind gen Spanien

30. August 2017

Es ist irre warm (fast 30 Grad), es ist ziemlich windig (Böen bis 40 km/h), der Wind kommt von hinten. Ich schwitze nicht. Ich komme mir vor wie auf einem Pedelec.

12.11 Uhr:

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12.46 Uhr. Lustiges Schild:

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Leider musste ich eine halbe Stunde später feststellen, dass ich an dieser Stelle falsch – nämlich nach rechts – abgebogen bin.

13.26 Uhr. Rast in Marseillan:

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Weil der Wind irgendwann von vorne kam, habe ich das falsche Abbiegen dann auch bemerkt.

Ausflüge

Kleine Tour durch Sète

30. August 2017

Fast wäre jetzt meine Tour schon hier in Sète zu Ende gewesen. Nach dem Frühstück habe ich gezahlt und war noch kurz zum Frischmachen und Zähneputzen auf der Toilette des kleines Restaurants. Dort hatte ich meine Gürteltasche an einen Haken an die Wand gehängt. Und natürlich beim Gehen vergessen. Darin: »nur« mein Portemonnaie. Mit Bargeld. Und zwei Bank- beziehungsweise Kreditkarten. Aufgefallen ist es mir nach etwa zehn Minuten auf dem Rad. Zum Glück war noch alles da.

11.06 Uhr:

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11.08 Uhr:

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11.15 Uhr:

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11.20 Uhr:

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11.23 Uhr. Auf dem Platz vor der église Saint-Louis:

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11.30 Uhr. Cimetière Marin mit dem Leuchtturm (phare du Mont-Saint-Clair) im Hintergrund:

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Ausflüge

Un croque madame pour le monsieur

30. August 2017, 10.29 Uhr

Endlich Kaffee! Und dazu ein croque-madame im »Bières & Terroirs« am Hafen von Sète:

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Ausflüge

Bonjour Sète

30. August 2017, 9.37 Uhr

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(Wach seit ½ 8.)

Ausflüge

Baden statt duschen

30. August 2017, 9.20 Uhr

Es sieht nicht danach aus, aber es ist schon wieder irre warm:

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Ich war nach dem Aufstehen schon eine Runde im Mittelmeer schwimmen und vermisse den Gaskocher, den ich in Warschau vergessen habe einzupacken, ganz gewaltig. Also zurück ins Zentrum von Sète und dort einen Kaffee trinken.

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