Archive for März 27th, 2017

Ausblicke

Dobranoc Warszawo

27. März 2017, 20.28 Uhr

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(Wach seit 9.)

Autsch

Noch einmal wie mit 18 fühlen

27. März 2017, 20.17 Uhr

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Das hätte ich mir einer Woche auch nicht vorstellen können. Dass ich in Polen in eine Apotheke gehen würde, dort mit einer nicht Englisch sprechenden Apothekerin mindestens eine halbe Stunde gemeinsam versuchen würde herauszufinden, welches Präparat man denn nun für eine – wie soll ich sagen? – etwas delikate Erkrankung aussucht, weil das, was ich eigentlich kaufen wollte, in Polen nicht erhältlich ist.

Ich hab Filzläuse.

Keine Ahnung, wo ich die herhabe. Ich weiß natürlich, wie man die bekommt, trotzdem ist es mir etwas schleierhaft. Eine mögliche Erklärung wäre meine Jeans, die ich vor zwei Wochen zum Flicken zu einem Schneider in Praga gebracht habe und die ich am Donnerstag wieder abgeholt habe. Von der Inkubationszeit (drei bis sechs Tage) würde das hinhauen. Sex hatte ich die letzten zwei Wochen keinen, immerhin haben in der Zeit drei Männer (auch ohne Sex) bei mir im Bett geschlafen.

Ein bisschen gejuckt hat es mich (an der Rückseite meines linken Oberschenkel) gestern schon, da dachte ich mir zuerst nichts bei, heute im Laufe des Tages wurde es mir dann klar. Am Mittag habe ich tatsächlich eines der Biester aus meiner Behaarung um den Bauchnabel gefischt, als es dort auch zu jucken begann. Zuerst kleiner Schock, dann der Gedanke: hilft ja nichts, also Wäsche waschen und ein Mittel in der Apotheke kaufen gehen und der Spuk ist vorüber.

Das Mittel der Wahl zur Behandlung (laut Wikipedia) ist Melathion, das ist aber in Polen nicht erhältlich. Sagte mir zumindest die Apothekerin, die mir während des halbstündigen Besuches in ihrem Laden irgendwann sogar ihren Computerbildschirm zudrehte und mich in ihr Bestellsystem blicken ließ. Alles, was ich gerne kaufen würde, taucht dort nicht auf. Auch nicht mit den lateinischen Namen.

Ich mit dem iPhone in der Hand, dort diverse Fachbegriffe Begriffe via Wikipedia vom Deutschen oder Englischen ins Polnische übersetzt, dann nach den entsprechenden polnischen Wörtern gegoogelt, die Apothekerin sich mit ihrer Kollegin austauschend, ebenfalls am Rechner recherchierend, kamen wir auf Delacet. Eigentlich etwas gegen Kopfläuse. Wenn es aber so wirkt, wie es auf der Haut brennt und wie es scharf nach Alkohol und Desinfektion riecht, müsste es auch gegen meine Biester wirken.

Inzwischen bin ich eher amüsiert denn schockiert. Ich hatte Filzläuse einmal in meinem Leben. Mit 18 oder 19. Damals dauerte es ewig, bis ich es selbst erkannt habe. Das Drama war dann eher meine Mutter, bei der ich zwischenzeitlich (nach meinem Auszug mit 16) noch einmal ein paar Monate wohnte, die mir total die Hölle heiß gemacht hat. Auch damals konnte ich nicht richtig eingrenzen, wo ich sie herhatte. Vermutlich von einem meiner ersten Besuche in Berlin. Auch damals ohne sexuelle Kontakte. (Man glaubt es kaum, ist aber wahr.)

Den kleinen Kreis der möglicherweise Gefährdeten habe ich zwischenzeitlich schon informiert, ich bin mal gespannt, was da an Rückmeldung kommen wird.

Arbeit

jest 18:17

27. März 2017, 18.17 Uhr

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Auftritte

Polnische Effizienz

27. März 2017

Gestern, am Sonntag, war in Warschau Halbmarathon (pólmaraton). Start und Ziel waren mehr oder weniger vor meiner Haustüre. Auf dem Theaterplatz (plac Teatralny) standen am Freitag Autos, gestern war der Platz voller Zelte und Tribünen.

So sah das gestern um 14.38 Uhr noch aus:

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Gestern Abend gegen 21.30 Uhr war schon wieder alles abgebaut.

Heute 13.04 Uhr:

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Keine Spur mehr vom Halbmarathon.

Wie die Polen in Deutschland zu ihrem Ruf kommen, ineffizient zu arbeiten, ist mir wirklich schleierhaft. Hier geht immer alles total zackig. Aufbau innerhalb von wenigen Stunden. Abbau meist noch am Abend oder in der Nacht. Wenn ich dann an das lahmarschige Berliner Tempo denke, verstehe ich diese deutsche Überheblichkeit den Polen gegenüber noch weniger.