6. März 2017, 11 Uhr

Am 1. Januar 2017 trat das in Polen »Lex Szyszko« genannte Gesetz in Kraft. Wenn man den Begriff in die Google-Bildersuche eingibt, bekommt man eine Ahnung davon, was es bedeutet.

Jan Szysko ist der amtierende polnische Umweltminister. Umweltzerstörungsminister würde es besser treffen. Er hat dieses Gesetz auf den Weg gebracht, welches besagt, dass nun jeder Besitzer eines Grundstückes selbst entscheiden kann, wann und in welchem Umfang er Bäume darauf fällen will. Bislang war das ähnlich wie in Deutschland geregt. Man musste sich das Fällen eines Baumes genehmigen lassen.

Seit wenigen Wochen herrscht hier ein regelrechtes Kettensägenmassaker:

Video: Gazeta Wyborcza

Der »alte Zausel«, wie ich ihn immer nenne, der in dem Video spricht, ist übrigens Marek Kossakowski, einer der beiden Vorsitzenden der Partia Zieloni (grüne Partei Polens), die leider immer noch bei unter 2 % Wählerzustimmung dümpeln.

Jahrzehnte alte Bäume an prominenten Stellen in Städten verschwinden. Wie hier in Warschau:

leba-wald.jpg

Foto: Jan Śpiewak

Ganze Waldabschnitte werden gerodet. Beispielsweise in Łeba (berühmt für seine Wanderdüne) an der Ostsee:

leba_gerodeter_wald

Foto: newsweek.pl

Hier ist ein Hotel geplant, das bislang nicht gebaut werden konnte, da das Roden des Waldes nicht genehmigt wurde. Das Hotel kann nun gebaut werden. Der Wald ist ja weg.

Dieses Gesetz ist extrem umstritten, vor allem vor dem Hintergrund der schlechten Luftwerte der letzten Wochen. Nachdem Jarosław Kaczyński vor etwa einer Woche geäußert hat, dass das Gesetz möglicherweise ein bisschen zurückgenommen werden könnte (eine komplette Rücknahme wird kategorisch ausgeschlossen), ging das Fällen so richtig los. Nach dem Motto: schnell weg mit den Bäumen, bevor es nicht mehr möglich ist.

Es ist eine Katastrophe! Diese PiS ruiniert wirklich das Land.