1. November 2015

Allerheiligen ist für mich – als aus einer unchristlichen Familie und aus dem protestantischen Südwesten bzw. dem atheistischen Berlin stammenden Menschen – ein Feiertag ohne tiefere Bedeutung.

Sehr beeindruckend fand ich allerdings im Jahre 1991 eine zweitägige Autofahrt (avec ma déesse und zwei Freunden aus Szczecin) am 31. Oktober von Stettin nach Krakau. 1991 gab es ungefähr drei Kilometer Autobahn in Polen. Wir sind also die gesamte Strecke über »die Dörfer« gefahren. Mit einer Übernachtung in Poznań (an meine damalige Eindrücke der Stadt kann ich mich leider kaum noch erinnern).

Es war damals total neblig. Das machte das Autofahren (vor allem in der Dunkelheit) nicht einfacher, sorgte aber dafür, dass vor jeder noch so kleinen Ortschaft die Friedhöfe schon von Weitem regelrecht leuchteten. Ich erinnere mich noch an dieses sehr bizarre Licht nach Einbruch der Dunkelheit. Und an die vielen Leute auf der Straße.

Nun also mein zweites Wszystkich Świętych in Polen.

17.22 Uhr. Auf dem Powązki-Friedhof (Cmentarz Powązkowski) in der ulica Powązkowska in Wola:

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17.30 Uhr:

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17.34 Uhr:

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17.51 Uhr:

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17.55 Uhr. Kościół Świętego Karola Boromeusza:

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Dass dieser Friedhof riesig ist, bemerkte ich schon vor einigen Monaten, als ich ihn zusammen mit Tue einmal mit dem Rad umfuhr, um den Eingang zum jüdischen Teil des Friedhofs zu finden.

Wie viele Leute auf so einen nächtlichen Friedhof passen, hätte ich mir nicht vorstellen können. Das Ganze wirkt eher wie ein fast schön fröhliches Straßenfest.

Alle Straßen drumherum sind für den Individualverkehr gesperrt. Nur Busse und Taxen fahren. Und die in Massen.

Auf zum zweiten Friedhof des heutigen Abends: