20. Juli 2015

13.36 Uhr. Falls die Deutsche Bahn mitlesen sollte:

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In den polnischen Intercitys gibt es nicht pro Zug einen Waggon mit Fahrradabteil (fast immer ein halber Waggon, was meist völlig überdimensioniert ist), sondern pro Zug mehrere Waggons, in denen Mini-Fahrradabteile sind. Platz für drei Fahrräder. Gegenüber vom Klo. Nimmt keine Sitzplätze weg, entspannt die Ein- und Ausstiegssituation an den Bahnhöfen ungemein.

Ach ja, kostenloses Internet gibt es hier auch in den Zügen.

14.05 Uhr. Falls sich jemand fragt, warum die Zustimmungsraten für die EU-Mitgliedschaft in Polen so hoch sind:

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Diese Schilder stehen überall im Land. Darauf steht, was neu gebaut oder neu angeschafft wurde. Was es gekostet hat. Und wie viel davon die EU bezahlt hat.

15.47 Uhr. Es gilt Reservierungsplicht in polnischen Fernzügen, man kann aber sozusagen auf eigene Gefahr auch eine Fahrkarte buchen, wenn der Zug eigentlich ausgebucht ist. So wie ich heute. Das Ergebnis schon seit Warschau:

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Ein freier Doppelplatz für mich. Direkt neben meinem Fahrrad. Mit Strom. Mit Internet.

16.37 Uhr. Vorbeirauschendes Ostpreußen:

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16.59 Uhr. Im Bahnhof Marienburg (Malbork). Siehe Eintrag von 14.05 Uhr:

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Auch die neuen Hochgeschwindigkeitsverbindungen in Polen, die Pendolinos, sind von der EU gefördert.

17.09 Uhr. Schön und behutsam sanierter Bahnhof Marienburg (Malbork stacja kolejowa) – passend zur Backsteinarchitektur des ganzen Ortes auch aus Backstein gebaut und so erhalten:

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17.11 Uhr: Das ist schon der Zug Nummer drei, bei dem ich mich beherrschen muss, nicht doch nach Danzig zu fahren:

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Der Zug, mit dem ich aus Warschau kam, fährt via Danzig weiter bis nach Kolberg (Kołobrzeg), der Pendolino von vor zehn Minuten fährt nach Gdynia (Fahrradmitnahme ist in polnischen Hochgeschwindigkeitszügen gestattet), und das hier ist ein SKM-Zug, also schon die Danziger S-Bahn.

17.12 Uhr. Einfahrt meines Zuges gen Osten:

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Das ist der gleiche Zug, mit dem ich schon ganz oft aus Berlin nach Danzig gefahren bin. Der startet morgens um ½ 11 in Stettin (Szczecin), fährt die Ostseeküste lang, dann durch die Masurische Seenplatte und ist abends gegen 23 Uhr in Białystok.

17.15 Uhr. Hier ist das Fahrradabteil tatsächlich ein ganzer Waggon und das ist auch nötig, wie man sieht:

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Ich schätze mal, die Hälfte dieser Fahrräder gehört Berlinern, die auf dem Weg nach Masuren sind.

Bliebe ich in diesem Zug sitzen, wäre ich gegen 19 Uhr in Allenstein (Olsztyn) und gegen 21 Uhr in Lötzen (Giżycko), also dort, wo ich vor zwei Wochen in den Zug zurück nach Warschau gestiegen bin.

17.24 Uhr. Süß, oder? Ein Intercity-Ticket für 13 Złotych:

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Das sind keine 3,50 Euro. Wenn ich es recht weiß, beträgt alleine der IC-Zuschlag in Deutschland 6 Euro.

Wobei das jetzt auch kein »richtiger« Intercity ist, sondern ein TLK, das entspricht eher dem ehemaligen deutschen Interregio.

17.41 Uhr. Mit etwa 20 Minuten Verspätung bin ich am Hauptbahnhof Elbing (Elbląg stacja kolejowa) angekommen:

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Den Bahnhof kenne ich ja schon von meiner ersten Ostpreußen-Radtour aus dem Sommer 2010. Damals wurde er gerade saniert.