1. Dezember 2014, 9.28 Uhr

Wenn das kein gutes Omen ist:

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Screenshot: Gazeta Wyborcza

In Polen waren vor zwei Wochen Kommunalwahlen. Einige der Bürgermeisterkandidaten haben die absolute Mehrheit nicht erreicht, deshalb gab es gestern in einigen Städten Stichwahlen.

In Stolp (Słupsk) ging Robert Biedroń, ein offen schwuler Politiker, der vor drei Jahren einen Parlamentssitz im Sejm erreichen konnte, in die zweite Runde, nachdem er in der ersten mit etwa 20 Prozent auf dem zweiten Platz war. Gestern erreichte er 57 Prozent. Er ist der neue Bürgermeister von Stolp (Słupsk). Als schwuler atheistischer Grüner im katholischen Polen.

Als ich davon las, kamen mir Tränen der Rührung in die Augen.

Robert Biedroń »kenne« ich schon seit Jahren aus der Presse, ich folge ihm auf Twitter, im Sommer habe ich ihn sogar auf dem Warschauer CSD gesehen. Ich freue mich sehr für ihn. Ich freue mich vor allem aber, dass die erzkonservativen PiS-Leute um Jarosław Kaczyński und die reaktionäre katholische Kirche in Polen offenbar nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung abbilden.