28. August 2013, 12.30 Uhr

Stellt euch vor, dieser Radfahrer sei ich und der Lkw führe einen Meter weiter rechts. Was würde passieren?

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Genau. Der rechte Außenspiegel des Lkw würde an meine linke Schulter knallen.

Genau das ist eben passiert. Ein Mercedes Sprinter mit überbreitem Anhänger hintendran (und einem Dutzend Dixie-Klos drauf) überholte mich auf der Breiten Straße, fuhr dabei so weit auf dem Radstreifen, dass ich seinen Außenspiegel in die Schulter gedonnert bekam. Der Lkw-Fahrer schien davon unbeeindruckt und fuhr weiter. Ich wollte ihn an der Ampel Breiten Straße / Ecke Schlossplatz anmotzen, da sprang die Ampel aber schon wieder auf Grün und der Lkw-Fahrer gab Gas. Und wie. Ich nahm die Verfolgung auf und traute meinen Augen nicht. Da wurden munter die Kurven geschnitten (am Schlossplatz gibt es direkt hintereinander zwei 90-Grad-Kurven) und über den Radweg gebrettert, auch beim Geradeausfahren vorm Werderschen Markt hat der guten Mann konsequent die Linie zwischen Auto-Fahrbahn und Radstreifen missachtet. Und fuhr dabei wie ein verhinderter Rennfahrer.

Erst am Gendarmenmarkt bekam ich ihn »zu fassen«. Da überholte er vor meinen Augen noch eine Radfahrerin, um sie im nächsten Moment beim Rechtsabbiegen in de Markgrafenstraße zu schneiden.

Ich rief ihm ins Fahrerhaus hinein »Sie haben mich eben fast umgefahren!«. »Ja, das habe ich gemerkt.« Ich – völlig fassungslos. »Und? Dann fährt man einfach weiter wie ein Gestörter?« Dummes stummes Glotzen. »Die Innenstadt ist keine Rennstrecke. Wieso missachten Sie konsequent den Radstreifen?« Dummes stummes Glotzen.

Kennzeichen des Lkw: etwas Brandenburgisches mit drei Buchstaben. OHV.