Archive for Juli 8th, 2013

Ausflüge

Sechster masurischer See bebadet

8. Juli 2013, 22.13 Uhr

Dargeimer See (Jezioro Dargin) bei Lötzen (Giżycko):

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Ausdauer, Ausflüge

Tag 7

8. Juli 2013, 22 Uhr

Schwarzstein (Czerniki)Gutten (Guty):

Bike route 2.223.826 – powered by www.bikemap.net

Gefahrene km: 29,8. Fahrzeit: 1 Std. 55 Min. Vmax: 37,99 km/h, Vmix: 15,54 km/h. Verbrannte Kalorien (laut iTrail): 935.

Ausdauer, Ausflüge

Ostpreußische Fundstücke

8. Juli 2013

20.13 Uhr. Dorfstraße in Kronau (Kronowo), wieder so ein Maximal-zehn-Gebäude-Dörfchen:

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Ab hier bevorzuge ich dann doch die befestigten Straßen. Trotzdem weiterhin nur Wald, Felder und ein paar Gewässer um mich herum.

20.34 Uhr. Plötzlich taucht Zivilisation auf. Kurz zuvor sah ich aus der Ferne schon einen Schienenbus in die andere Richtung fahren:

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Im Vorbeifahren kann ich noch die Zuglaufschilder lesen: SzczecinBiałystok. Das ist der Zug, mit dem ich schon mehrmals ab Stettin bis Zoppot fuhr.

20.36 Uhr. Nur die Rücklichter des Zuges sind noch zu sehen. Und ich wundere mich über die eingleisige Strecke:

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20.39 Uhr. Der Bahnhof von Groß Stürlack (Sterławki Wielkie), in dem der Zug kurz vorher noch stand, entpuppt sich als total verlassener Dorfbahnhof:

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Ich schaue auf den ausgehängten Fahrplan. Dort sind nur Regionalzüge nach Lötzen (Giżycko) und nach Rastenburg (Kętrzyn) eingezeichnet. Der Fernzug von Stettin (Szczecin) nach Białystok hat also nur wegen der Zugbegegnung dort gewartet.

Ab hier versagt übrigens meine Ost-West-Orientierung. Zuerst dachte ich, der Fernzug käme aus Białystok (also aus dem Osten). Tatsächlich fährt er dorthin. Das ist also wirklich der Zug, der morgens um halb zehn in Stettin (Szczecin) startet. Wahnsinn. Wie weit im Osten ich bin. Mit dem Zug wären es jetzt also elf Stunden bis nach Stettin (Szczecin). Und von dort aus noch einmal gut zwei bis Berlin.

21.01 Uhr. Sonnenuntergang hinter dem Deyguhner See (Jezioro Dejguny) bei Klein Stürlack (Sterławki Małe):

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Und wieder das Antreten gegen die Dämmerung.

Ausdauer, Ausflüge

Fünfter masurischer See bebadet

8. Juli 2013, 19.57 Uhr

Es ist wie immer auf meinen Radtouren. Wenn es mal ganz schlimm kommt und ich denke, was mach ich hier eigentlich, werde ich kurz danach belohnt. Diesmal mit diesem wunderbaren See, dem Deyguhner See (jezioro Dejguny), in dem ich eben baden war:

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Ausdauer, Ausflüge

Ostpreußische Fundstücke

8. Juli 2013

18.25 Uhr. Fast im masurischen Urwald verschwunden: Bahnsteigkante und Empfangsgebäude des Bahnhofs Görlitz (Gierłoż):

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In der heute als Touristenattraktion fungierenden eigentlichen Wolfsschanze (alles nördlich der Bahnlinie) war ich nicht. Ein Parkplatz voller Autos, unterwegs kamen mir zwei deutsche Reisebusse voller Rentner entgegen, das wollte ich mir echt nicht antun. Stattdessen fahre ich weiter Richtung Osten und entdecke dort im Wald weitere zugewuchterte Gebäude.

18.37 Uhr: Das hier dürfte das ehemalige Hotel der Hitlerschen Leibwache sein (siehe Wikipedia-Plan, Nr. 27):

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18.39 Uhr. Der ehemalige Luftschutzraum (auf Plan Nr. 28):

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18.40 Uhr:

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18.41 Uhr. Der etwa drei Stockwerke hohe Bunker:

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18.42 Uhr. Heute wohnen darin Fledermäuse:

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18.43 Uhr. Auf dem Dach des Hochbunkers:

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18.47 Uhr. Ein Friedhof neben einer weiteren Ruine (auf Plan Nr. 35):

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18.48 Uhr. Was mich doch etwas irritiert, ist dieser Grabstein (die Grabsteine auf den anderen, insgesamt etwa fünf bis acht Gräbern kann man nicht entziffern oder sind umgestürzt und zerbrochen):

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Hier ruht in Gott
mein lieber Mann
unser guter Vater
Max Schiwek
geb. 19.3.1934
gest. 1.8.1961
Ruhe sanft

Warum ist hier mitten im Wald, mitten in nordöstlichsten Zipfel Polens, in einem Ruinenfeld des militärischen Lagezentrums des »Dritten Reiches«, ein Deutscher, der 1934 geboren wurde und 1961 starb, beerdigt? Der gute Mann war am Ende des Krieges elf Jahre alt.

Sein Grab ist mit Blumen, zwar Plastikblumen, aber immerhin mit Blumen geschmückt. Das Grab sieht halbwegs gepflegt aus.

Sehr merkwürdig. Auch dass auf den anderen Gräber frische (Plastik-)Blumen stecken, finde ich sehr irritierend.

Ab hier verlasse ich die Wege, die in meinem Radatlas eingezeichnet sind. Ich begebe mich nun in Apples Hand. Apple Maps gibt einen Fußweg nach Lötzen (Giżycko) an, der kürzer ist als die Straßenverbindung dorthin.

Die Straßenverbindung:

Die Fußgängerverbinung:

Kurze Zeit später bereue ich meine Entscheidung. Ich fahre wirklich mitten durch Felder und durch den Wald und werde augenblicklich von Abertausenden von Bremsen attackiert. Auch Autan hilft nicht.

Es ist wirklich unglaublich mit den Biestern. Reduziere ich die Geschwindigkeit auf unter 15 km/h, habe ich sofort Dutzende von den Viechern an mir kleben. Ich kann aber nicht schnell fahren, da der Weg ziemlich sandig ist und ich ständig auf der Hut sein muss, nicht mit einem sich querstellenden Vorderrad auf die Fresse zu fliegen.

Mir kommt die rettende Idee: Ich habe Mentholzigaretten dabei. Eigentlich, um unter Umständen mal einen Joint zu bauen. Denn eigentlich bin ich Nichtraucher. Ich paffe jetzt eine Zigarette nach der anderen. Das vertreibt die Bremsen ein wenig, macht das Fahren aber auch nicht einfacher.

19.17 Uhr. Noch eine Herausforderung. Das ist keine kleine Pfütze, hier ist der Weg auf eine Länge von mindestens hundert Metern überflutet:

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Mit Anlauf durchfahren wird nicht helfen. Mir ist auch wieder der Untergrund zu kritisch. Hier eine Reifenpanne und ich bin verloren. Also fahre ich relativ langsam in das vermeintlich nicht zu tiefe Wasser, was sich dann aber doch nach ein paar Metern als mindestens knöcheltief entpuppt.

Erschreckt springen einige Frösche in dem Wasser zur Seite. Ich bete zu wem auch immer, dass es mich nicht auf die Fresse legt. Denn dann möchte ich sterben.

Ausflüge

jest 18:17

8. Juli 2013, 18.17 Uhr

Am ehemaligen Bahnhof Görlitz (Gierłoż):

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Ausblicke

Ostpreußische Fundstücke

8. Juli 2013

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18.01 Uhr. Links, auf dem hinteren Schild nur ein typografischer Fehler: »Wilczy Szaniec | Wolfsschanze« – mit falschem ersten s, das müsste ein langes s (ſ) sein. Aber auf dem rechten Schild wird doch tatsächlich das »legendary Palace Eva Braun« beworben:

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Davon abgesehen, dass es völlig geschmacklos ist, ein Hotel so zu nennen, ist es – wenn ich mich täusche – auch historisch totaler Nonsens. Eva Braun war nie in der Wolfsschanze.

18.08 Uhr. Das ist er also, der Bahnhof von Görlitz (Gierłoż) beziehungsweise das, was davon übrig blieb:

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Ausblicke, Ausflüge

Dzień dobry Mazury

8. Juli 2013, 8.23 Uhr

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