28. Mai 2011

Aufwachen gegen halb acht. Noch bevor ich mir einen Kaffee mache, wird August (so haben wir den Kleenen gestern getauft) von mir versorgt. Auf nüchternen Magen schnipple ich rohes Fleisch klein und füttere es ihm.

9.12 Uhr. Gestocktes Ei mit Milch und Honig für den Gast:

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Das Füttern erfordert ungemeine Geduld. Man darf sich August nicht als ständig hungriges Küken, das dauernd mit weit aufgesperrtem Schnabel nach Futter bettelt, vorstellen. August isst drei Happen, will dann ein bisschen Wasser nippen, braucht fünf Minuten Ruhe. Kackt. Und dann darf weiter gefüttert werden. So zieht sich ein Frühstück leicht über zwei Stunden.

Ich will den Kleinen einigermaßen gestärkt wieder aussetzen. Falls seine Eltern (so sie denn auftauchen), ihn nicht sofort füttern können oder wollen.

10.21 Uhr:

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10.26 Uhr:

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10.27 Uhr:

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10.32 Uhr:

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12.16 Uhr. August sitzt wieder in der Astgabel, in die ich ihn gestern Abend schon gesetzt hatte:

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Leider plumpst er in den folgenden zwanzig Minuten zweimal zu Boden. Keine harte Landung. Aber Fliegen kann man das noch nicht nennen. Nach der dritten Bruchlandung lass ich ihn am Boden, setze mich gut zwanzig Meter weg und halte ihn und den Luftraum über ihm in Beobachtung.

Bis 16 Uhr passiert leider gar nichts. Er ruft nicht. Seine Eltern tauchen nicht auf. Wenn man annehmen sollte, dass er irgendwo in der Breiten Straße aus seinem Nest gefallen ist, sollte man die Alttiere eigentlich in den Bäumen in der Nähe sichten können. Wenn sie denn noch weiteren Nachwuchs zu versorgen haben. Aber vier Stunden lang passierte nichts.

Freundlicherweise bekam ich ab halb zwei Gesellschaft bei der Vogelsichtung.

16.13 Uhr. Wir sind wieder bei mir zu Hause und Augusts Appetit auf Hühnerleber und Wasser ist zumindest anfangs ganz ordentlich:

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16.24 Uhr:

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Das Zetttelchen am Bein bekam August von mir verpasst. Heute Morgen sprach ich mit einer Frau von einer Berliner Vogel-Auffangstation. Sie empfahl mir, den Vogel mit meiner Telefonnummer zu »markieren«, falls er nach erfolgreicher Annahme durch seine Eltern noch einmal hilflos werden und von anderen Leuten gefunden werden sollte. Die könnten mich dann anrufen und ich könnte raten, den Vogel nicht mit nach Hause zu nehmen. Damit sich dieses Drama nicht wiederholt. Irgendwie war das Zettelchen heute überflüssig.

16.25 Uhr:

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16.41 Uhr:

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17.01 Uhr.

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18.44 Uhr:

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