Archive for Dezember 7th, 2010

Architektur, Ausblicke

Keine Aussicht, aber am Hackeschen Markt wohnen

7. Dezember 2010, 19.36 Uhr

Die Entscheidungen mancher Menschen werde ich nie verstehen. So die eines ehemaligen Mitbewohners, der jetzt am Hackeschen Markt wohnt. Mit diesem Ausblick:

2010-12-07-1936.jpg

Erster Stock. Hinterhaus. Himmel gibt’s nur, wenn man direkt am Fenster steht und ganz steil nach oben guckt.

Ach, ich liebe meine Plattenbauwohnung auf der Fischerinsel. Völlig unglamourös, aber wenigstens mit toller Aussicht.

Antiquitäten, Architektur, Ausstellungen

Berlins vergessene Mitte (im Ephraim-Palais)

7. Dezember 2010, 15 Uhr

Heute ein Besuch im Paradies. Das finde ich aktuell im Ephraim-Palais. Wenn ich mich für irgendetwas völlig vorbehaltlos begeistern kann, dann wohl für Berlin und seine Geschichte.

Bis Ende März 2011 läuft die Ausstellung »Berlins vergessene Mitte« noch. Ein Muss für jeden, der sich auch ein bisschen für die Stadt interessiert.

Fotografieren ist nicht erlaubt. Für mich ist so ein Fotografverbot in Museen immer ein bisschen Anreiz, doch heimlich Fotos zu machen – ohne Blitz natürlich. Eines ist mir um 16.02 Uhr gelungen:

2010-12-07-1602.jpg

Das Modell der Petrikirche, die bis vor fünfzig Jahren vor meiner Haustüre – die es vor fünfzig Jahren noch nicht gab – stand. Ehemals mit 111 Metern das höchste Gebäude der Stadt, wurde es im Zweiten Weltkrieg beschädigt und von 1960 bis 1964 abgetragen.

Heute brettert man da auf einer autobahnartigen Straße, der Gertraudenstraße, vorbei. Die Gertraudenstraße ist auf dem Modell der rechte Straßenzug, der mit den Straßenbahnschienen. Die linke Straße ist die Scharrenstraße. Mein Blick auf das Modell entspricht also dem Blick Richtung Alexanderplatz.

Das sieht bei Google Street View heute so aus:

2010-12-08-1314.png

Das einzige Gebäude des Modells, das heute tatsächlich noch steht, ist das ehemalige Kaufhaus Hertzog am Petriplatz. Auf dem Modell das links von der Kirche mit den grünen Dachgauben, auf dem Google-Streetview-Bild das mit dem grünen Band.

Die Ausstellung werde ich mir mindestens noch einmal ansehen. Drei Stunden waren zu wenig Zeit. Und die Bilderflut ist einfach zu groß, um sie bei einem Besuch komplett erfassen zu können.