5. November 2010

15.29 Uhr:

Das ist sie nun. Eine der beschädigten Vitrinenplatten, wegen der ich diese Blitzreise nach Seesen unternommen habe:

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2,40 × 1,20 Meter groß, in der Mitte wird ein Modell der in der Reichspogromnacht zerstörten Seesener Synagoge im Maßstab 1:33 eingesetzt. Gut zu erkennen ist die tiefer liegene Position der Platte. Diese Höhendifferenz wird noch durch eine aufgelegte Glasplatte ausgeglichen.

Dieses Gebäude war – wie ich durch meine Arbeit an der Ausstellung inzwischen weiß – für das deutsche Judentum sehr bedeutend. Es war die erste Synagoge Deutschlands, die über eine Orgel verfügte. Außerdem war das nach Israel Jacobsen benannte Gotteshaus, der Jacobstempel, Ausgangspunkt für das Reformjudentum in Deutschland.

Dem UV-Plattendrucker war übrigens nicht die Farbe ausgegangen. Die Platten wurden offenbar nach dem Druck zerkratzt. Es sieht mir eher nach mechanischer Beschädigung denn nach technischem Versagen aus:

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15.50 Uhr. Über dem Eingang des Museums, einem ehemaligen Jagdschloss:

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15.53 Uhr. Alles nur geklaut?

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Einige touristische Höhepunkte der Stadt werden durch diese »Fenster« präsentiert. »Seesen – das Fenster zum Harz« und »Seesen – schau doch mal rein« sind die zwei – wie ich finde, etwas dämlichen – Claims, die sich die Stadt verpasst hat.

Das mit diesen im Stadtbild aufgestellten »Fenstern« erinnert mich dann doch an das, was es seit Neuestem auch in Berlin gibt. Nämlich diese roten Rahmen, die in der Stadt rumstehen und in denen man sich fotografieren soll. Wer hat da wohl von wem geklaut? Die Dinger in Seesen sehen mir ein bisschen älter aus als die in Berlin.

15.56 Uhr:

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Und was ist mit Westpreußen?

15.59 Uhr. Wilhelm Busch vor dem Seesener Rathaus:

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