8. Juli 2010, 10.15 Uhr

In meinem nächsten Leben sollte ich Campingplatztester werden. Über den hier in Heubude (Stogi) würde ich nur Bestes schreiben. Er ist nicht der modernste, er hat nicht den meisten Komfort, er hat nicht die kürzesten Wege (alles eher im Gegenteil). Aber er ist toll. Mitten im Wald gelegen, sehr weitläufig, etwas hügelig, meist total ruhig (außer, wenn jungsche Polen mit ihren aufgebretzelten Golf III mit Sportauspuff meinen, hier ein paar Meter fahren zu müssen), ab und zu hört man die nahe Straßenbahn vorbeirumpeln.

Ich habe ein Bänkchen und ein Tischchen vor meinem Zelt, zu den Waschräumen ist man einige Minuten unterwegs, dafür gibt es über den Platz verteilt Plumsklos. Richtige Plumpsklos. Ohne Wasserspülung. Aber man muss immerhin nicht nachts oder morgens direkt nach dem Aufstehen durch den Wald stolpern.

Und ich habe frisch zubereiteten Kaffee vor mir stehen. Nescafé Espresso zwar nur, aber den finde ich allemal besser als den Kaffee, den ich am Campingplatz in Zoppot (Sopot) entweder aus dem Automaten oder aus der billigen Kaffeemaschine des kleinen Imbiss‘ bekam.

Auf dem Campingplatz kann man auch kleine Hütten mieten. Die sehen aus wie aus den Fünfzigerjahren. Vermutlich ganz sinnvoll, wenn man hier länger bleiben will und es ein oder zwei Regentage gibt. Dann verwandelt sich dieses kleine Naturparadies vermutlich in eine Schlammhölle.

Gestern Abend auf dem Weg zurück zum Strand sind mir übrigens zwei Wildschweine begegnet. Aus der Ferne auf dem Waldweg konnte ich zuerst gar nicht ausmachen, was das für Tiere sind, dann hatte ich sogar ein bisschen Schiss. Mit einer Wildsaumutter mit Frischlingen ist ja nicht unbedingt zu spaßen. Die zwei waren dann offenbar über mich genauso irritiert wie ich über sie und trollten sich ängstlich, als ich näher kam und sie mich sahen.

10.18 Uhr:

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10.19 Uhr:

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10.48 Uhr:

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10.49 Uhr:

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