6. Juni 2010

Der ADFC hat für heute zu einer Fahrradsternfahrt auf den Großen Stern aufgerufen. Über 18 Äste sollen sich mehrere zehntausend Fahrradfahrer auf sonst für Radfahrer gesperrten Strecken in Richtung Innenstadt bewegen. Unter anderem auch auf einem Teilstück der Autobahn A 100, dem Südring zwischen Grenzallee und Abfahrt Alboinstraße / Sachsendamm:

Ich fand die Idee toll, mal ungestört und richtig schnell mit dem Rad über die Autobahn brettern zu können. Leider hatte ich die Rechnung ohne Polizei und Demonstrationsleitung gemacht.

Zuerst hielten die PolizistInnen die Autobahnauffahrt über eine halbe Stunde länger als angekündigt gesperrt.

Dazu tauchten OrdnerInnen vom ADFC auf, deren Erscheinen mich Schlimmstes befürchten ließen. Schmerbäuchige Herren und hysterische Frauen. Sich sehr wichtig nehmende jüngere Männer. Alle mit leuchtfarbenen T-Shirts, die meisten mit völlig überfrachteten Fahrrädern: fünf Vorderlampen, dreißig Reflektoren in den Speichen, vier Tachometern am Lenker. Innerliches Erschaudern meinerseits.

12.46 Uhr. An der Auffahrt Grenzallee:

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Bevor es endlich losging, kam die Ankündigung, dass die vorausfahrenden ADFC-Ordner und die Polizeiautos auf gar keinen Fall überholt werden dürften.

Wir zuckelten dann mit 16, 18, maximal 20 km/h durch den Britzer Tunnel. Auch das massenhafte Rufen »Schneller! Schneller!« aus Dutzenden von Hälsen half nichts.

13.19 Uhr:

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13.29 Uhr. Nach etwa einer Viertelstunde Fahrt, am Sachsendamm angekommen, war dann schon wieder ein Halt angesagt:

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Mir reichte es. Auf der Autobahn kann mir die Polizei vorschreiben, wie lahm ich Fahrrad fahren darf. Auf einer innerstädtischen Straße dann nicht mehr.

Die restliche Strecke über Dominicus- und Martin-Luther-Straße war komplett für Autos gesperrt und total frei. Da konnte ich durchheizen. Herrlich! Berlin ohne Autos. Toll!