17. März 2010, 11.30 Uhr

[ohne Abbildung]

Meine Reise an die Orte meiner Kindheit geht zu Ende. Von Karlsruhe bin ich gestern für noch eine letzte Nacht für letzte technische Arbeiten* zur neu veräppelten Familie nach Schwäbisch Hall beziehungsweise Vellberg gefahren.

Bis zur zweiten Klasse ging ich in Vellberg zur Schule, ab der dritten Klasse wurden wir Vellberger Kinder mit dem Bus ins frisch eingemeindete, etwa sechs Kilometer entfernte Großaltdorf gekarrt, um dort zur Schule zu gehen. Als Drittklässler habe ich meine erste »größere« Tour mit dem Fahrrad gemacht. Nämlich eines Frühjahrsmorgen von Vellberg nach Großaltdort zur Schule. Mit neun Jahren kam mir das ungeheuer weit und mutig und überhaupt ganz toll vor. Eine Strecke, für die man mit dem Bus immerhin (mit diversen Zwischenstopps) zwanzig Minuten brauchte. Vielleicht waren es auch nur zehn. Die Busfahrt kam mir jedenfalls immer unendlich lange vor. Kurz vor Großaltdorf gibt es einen letzten Anstieg, an dem mir damals als Knirps in der kalten morgendlichen Frühjahrsluft total die Lungen brannten. Das ist eine meiner Kindheitserinnerungen, die ich bis heute abrufen kann. Bei jedem Joggen in kalter Luft denke ich an diese erste »größere« Fahrradtour.

Und genau an dieser Stelle brannte mir eben wieder die Lunge. Brennende kalte Frühjahrsluft kurz vor Großaltdorf.

* Alice hatte einen WLAN-Router mit defekten WLAN-Modul geschickt. Das Gerät wurde zwar schnell ausgetauscht, kam aber erst bei meiner Tante an, als ich schon in Karlsruhe war. Meinen ursprünglichen Plan, von Karlsruhe direkt nach Berlin zurückzufahren, schmiss ich dann um. Meine Tante hat es aber – obwohl totaler Apple- und sonstiger Technikneuling – alleine geschafft, den neuen Router zu konfigurieren. Ich bin stolz auf sie. Und auch ein bisschen auf meine Schulungsfähigkeiten.