3. November 2009, 23.30 Uhr

Dann tippe ich den einen langen Text eben noch einmal.

Dafür, dass ich gleich zwei Familienmitglieder, die ich schon seit fast 20 Jahren nicht mehr gesehen habe, wiedersehen werde, bin ich ganz schön gelassen. Ich habe nämlich Familie in Griechenland.

Der jüngere der beiden Brüder meiner Mutter hat Ende der Sechziger- oder Anfang der Siebzigerjahre (vielleicht ja sogar an Silvester 1969?) eine Griechin kennengelernt. Ich kann mich noch ziemlich genau erinnern, obwohl ich noch sehr klein war. Ich war bei meiner Oma (die aus Zoppot) und es war klar, dass mein Onkel Peter an jenem Abend seine griechische Freundin vorstellen würde. Ich fand das total aufregend.

Die zwei heirateten, bekamen 1975 ein Kind, kauften ein Haus. Wie das in Baden-Württemberg so üblich ist. Völlig un-baden-württembergisch wanderten die Drei aber Mitte der Achtziger nach Griechenland aus.

Im Sommer 1990 machte ich schon einmal so eine verrückte Reise durch den Balkan. Mit Freunden und mit dem Auto. Von Berlin über Prag, Wien, Bratislava, Budapest, Belgrad, Skopje, Thessaloniki nach Istanbul. Damals dachte ich, dass ich, wenn ich doch schon mal in der Nähe bin, bei meiner Familie vorbeischauen kann. Damals stand ich aber – im Gegensatz zu heute – ohne vorherige Ankündigung vor der Türe.

Ich hatte die Idee, nur mal kurz Hallo zu sagen und dann mit meinen drei BegleiterInnen auf eine griechische Insel weiterzufahren. Den Plan hatte ich aber ohne meine Tante gemacht. Wir „mussten“ bleiben. Drei Tagen blieben wir. Und diese drei Tage habe ich total toll in Erinnerung. Seither haben wir uns nicht mehr gesehen. Mit meinem Cousin stehe ich seit ein paar Jahren sehr lose über E-Mail und Facebook in Kontakt. Mit meiner Tante habe ich vor Jahren schon das letzte Mal am Telefon gesprochen.

Und gleich holt mich mein „kleiner“ Cousin vom Bahnhof ab.

Schon sehr verrückt. Der letzte Teil meiner verrückten Herbstreise.