1. November 2009, 15.30 Uhr

Superwetter heute. Und ich hab ein Fahrrad. Auf das habe ich mich heute Mittag gesetzt und bin nach Dobrinischte gefahren. Das ist der Nachbarort von Bansko und der Endbahnhof der Rhodopenbahn.

Eigentlich wollte ich etwas essen gehen. Aber alle Gaststätten („Мехаиа“) scheinen geschlossen zu haben. Jetzt bin ich im Dorfjugendtreff („Кафе 21-Век“) gelandet und trinke Kaffee.

Auf einem Riesenflachfernseher läuft Bulgarpop und „Beat It“ mit Michael Jackson, an einem Tisch sitzen sieben Jungsche, spielen Karten und – ihr dürft raten – rauchen Kette.

Der Dorfpfarrer (oder wie nennt man dessen orthodoxen Kollegen?) kam auch rein. Der hat mich vor zehn Minuten noch auf der Straße mit Handschlag begrüßt. Er trinkt eine Limo, raucht eine Zigarette und -verschwindet schon wieder.

Draußen knattern ständig Motocrossfahrer auf ihren Maschinen vorbei. Meist nur auf dem Hinterrad.

Die extrem hasenzähnige junge Bedienung hat offenbar Angst, dass ich die Zeche prellen will, kommt wieder an, obwohl ich erst drei Schlücke von meinem Kaffee getrunken habe, und zeigt leicht debil grinsend auf den Kassenbon, den sie mir mit dem Kaffee gebracht hat. Aber vielleicht ist es hier auch Sitte, sein Getränk sofort zu bezahlen.

Die Luft hier drin ist der Hammer. Ich fahre mal wieder zurück. Total nach Qualm stinkend.