26. Oktober 2009, 20 Uhr

Zug fahren im Dunkeln ist total langweilig. Draußen gäbe es vermutlich die Donau zu sehen (ich bin zwischen Bratislava und Budapest). Lesen mag ich nicht mehr. Geschlafen habe ich offenbar auch genug. Also trinke ich noch ein Bier, bevor das Zugrestaurant schließt.

Ich freue mich schon auf mein Bett, das ab Budapest (Abfahrt 23 Uhr) auf mich wartet. Ich bin einmal in meinem Leben Schlafwagen gefahren. Das war Anfang der Neunziger von Berlin nach Krakau. Damals hatte ich wirklich ein richtiges Bett. Mit frisch gestärkter weißer Bettwäsche.

So etwas wünsche ich mir heute auch. Und morgen früh Kaffee ans Bett.

Dreißig Stunden Zugfahrt sind schon die Härte. Ich habe noch nicht mal ein Drittel hinter mir. Aber ich bleibe stark. Der eigentliche Höhepunkt eisenbahntechnisch kommt ja erst in ein paar Tagen. Die Rhodopenbahn. Das ist eine schmalspurige Bergbahn, die etwa 150 Kilometer durch Südbulgarien fährt. Vor allem durch das Rhodopen– und vorbei am Rilagebirge. Schrieb ich das heute Morgen schon? Egal. Ich hab da einiges an Bildern gesehen und freue mich schon total auf die Berge und den Wald. Und das vermutlich totale spießige Hotel mit Pool.

Oh. Es regnet. Und ich werde aus dem Restaurant geworfen. Na dann …