Archive for August 25th, 2009

Ausflüge, Autsch

So stelle ich mir die Hölle vor

25. August 2009, 22 Uhr

Man merkt diesem Zug drei Dinge an: Dass es heute in Berlin und an der Ostsee irre heiß war. Dass er keine Klimaanlage hat. Und dass man die Fenster nur einen winzigen Spalt aufmachen kann.

Die Luft ist unglaublich. Es stinkt. Nach Füßen. Nach Leberwurststulle. Möglicherweise auch nach mir. Meine 1,5-Liter-Flasche Wasser, die in Swinemünde noch voll war, ist leer. Und Berlin noch 1,5 Stunden entfernt. Ich will, dass sofort die Bahnstrecke von Berlin über Karnin nach Swinemünde wieder aufgebaut wird. Dann wäre ich jetzt schon zu Hause.

Ausblicke

UBB-Fundstücke

25. August 2009

Zum Abschluss meines Usedom-Ausfluges noch ein paar Pufferküsser-Fotos (ich sehe mich natürlich nicht als Pufferküsser).

19.23 Uhr. Historisches Rollmaterial im Bahnhof Ahlbeck:

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Das blau-weiße Gefährt kann ich nicht zuordnen (eben doch kein Pufferküsser), die zwei grünen Waggons sind Reko-Wagen der DDR-Reichsbahn.

19.27 Uhr. Offenbar ist man bei der UBB – obwohl zu 100 Prozent Tochter der Deutschen Bahn – im Gegensatz zum Mutterbetrieb nicht der Ansicht, dass man sofort ausgemustertes Rollmaterial verschrotten muss. DR-Schienenbusse im Bahnhof Heringsdorf:

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19.29 Uhr. Ich wage mal zu behaupten, der Bahnhof Heringsdorf ist der kleinste Kopfbahnhof Deutschlands. Hier im Bild: Ein preußischer Abteilwagen der Deutschen Reichsbahn.

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20.09 Uhr. Für Ingo: Zwei V 100 im Bahnhof Zinnowitz:

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20.10 Uhr. Noch einmal eine Garnitur DR-Schienenbusse in Zinnowitz:

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Ausflüge

Leute gibt’s

25. August 2009. 21 Uhr

Auf dem Weg zurück nach Berlin. Bis Züssow fuhr ich mit der UBB. Jetzt bin ich in einen Regional-Express aus Stralsund umgestiegen. Ich würde von mir behaupten, ein umsichtiger und rücksichtsvoller Mensch zu sein. Zumindest ein umsichtiger und rücksichtsvoller Bahnfahrer. Als dieser habe ich eben mein Rad im Zug im Zugabteil direkt neben ein anderes Rad gestellt. Dabei selbstredend darauf geachtet, dass mein Rad weder den Weg versperrt noch das andere Rad beschädigt. Kommt der Besitzer des anderen Rades an. Typ kurz behoster, besturzhelmter und Stoffbeutel tragender Sandalenträger. Etwa mein Alter. Schmale Lippen. Verbissener Gesichtsausdruck. Seine Stulle mampfend – also mit vollem Mund – verlangt er von mir, dass ich meine Satteltaschen vom Fahrrad nehme. Ich frage, warum. Es sei genug Platz. Und ich werde sie schon wegmachen, wenn noch Einer mit Fahrrad käme. Aber meine Satteltaschen drückten an seine Speichen. Ich: Entschuldigung, mein Fahrrad lehnt da nur ganz locker gegen. Außerdem sind in den Taschen Klamotten drin. Er bestehe aber drauf, dass ich meine Tasche zumindest auf einer Seite abmache. Er weiter seine Stulle mampfend. Ich: Sie können sich jetzt wieder setzen, ich mach die Taschen ab. Blieb der doch tatsächlich wie so ein Aufpasser stehen, bis ich meine Taschen abgemacht hab. Mit schlecht gelauntem Gesicht. Bestimmt ein SPD wählender Lehrer, der schon zu lange keinen Sex hatte und auch sonst wenig Freude am Leben hat.

Nachtrag: Jetzt hat er – ich hab ihn leider schräg gegenüber im Blickfeld – seine Sandalen ausgezogen, hat seine käsigen Füße samt fast unbehaarter blasser Beine auf den Sitz gegenüber gelegt und popelt sich genüsslich in den Ohren und krümelt seinen Ohrenschmalz auf den Boden. Super.

Mir kommt mal wieder Christa Wolf in den Sinn. „Allmählich entsetzt man sich, wie Leute leben.“ Im Original schreibt sie, „wie Leute wohnen“. Das Entsetzen bleibt.

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Architektur, Ausflüge

Swinemünder Fundstücke

25. August 2009

Eine letzte kurze Rundfahrt durch Swinemünde.

18.05 Uhr. Auch schön. Auch leer. Bestimmt auch zu kaufen:

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18.18 Uhr. Hübsche Leuchtreklame an der Strandpromenade:

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18.23 Uhr. Seezunge und mein vermutlich letztes »echtes« Żywiec in diesem Jahr:

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(Hätte ich gewusst, dass Seezunge erstens nur aus der Nordsee kommt und zweitens schon so dezimiert ist, hätte ich einen heimischen Fisch gewählt. Sorry, Seezunge. Aber lecker warst du.)

18.49 Uhr. Auf dem Weg zum Bahnhof. Für mich sind diese Schilder immer noch extrem befremdlich. Der Grenzübergang zwischen Swinemünde und Ahlbeck war bis vor kurzem nur für Busse und Radfahrer passierbar. Und beide dürfen jetzt nicht mehr rüber. Fahrradfahrer zumindest nicht mehr auf der alten Allee.

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Dazu noch eine kleine Geschichte aus meiner Mottenkiste: Anfang der 1990er war ich mit meinem damaligen Freund Peter ein Wochenende auf Usedom. Wir waren mit dem Auto unterwegs (avec la déesse – Gott hab sie selig) und sind von Berlin aus, weil wir Lust auf ein bisschen Abenteuer hatten, zuerst nach Stettin gefahren, dann östlich ums Stettiner Haff herum über Wollin nach Swinemünde. An der Grenze dann die große Überraschung: Für Autos gesperrt. Es war schon relativ spät am Abend, ich bin dann doch mal an die Grenze gefahren und dachte, ich frag einfach mal. Denn der Weg ums Stettiner Haff herum auf die andere Seite wäre über 200 Kilometer lang gewesen, nur um 2 Kilometer weiter zu kommen. Wir kamen an eine dicke polnische Zollbeamtin, die es irgendwie gut mit uns meinte. Zuerst wollte sie wissen, warum wir denn dort über die Grenze wollten. Ich sagte ihr, dass wir in Stettin waren, dort eingekauft haben (im »Papstladen« unter anderem zwei Heligenbilder, in einem Schnapsladen eine Flasche Wodka) und nicht wussten, dass der Grenzübergang für uns tabu war. Sie kniff uns beide lachend in die Wangen (wirklich!) und ließ uns passieren.

18.54 Uhr. Am neu errichteten Bahnhof Świnoujście Centrum. Mehr als zwanzig Minuten vor Abfahrt des Zuges, nur mal so angemerkt!

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18.57 Uhr. Wie hier eine Verlängerung der Bahnstrecke möglich sein soll, frage ich mich allerdings:

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18.58 Uhr. Auch fast schon traditionell: Ein Foto in Spiegelung des Zuges vor Verlassen der Insel Usedom.

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19.02 Uhr. Noch ein Bahnkuriosum: Der vermutlich einzige Bahnhof, der von der Deutschen Bahn betrieben wird, aber Bahnsteigbeschriftungen in polnischer Sprache trägt.

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Ausflüge

jest 18:17

25. August 2009, 18.17 Uhr

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Ausflüge

Noch ein Tag am Meer

25. August 2009

11.36 Uhr. »Mein« Stück Strand bei der Ankunft. Nun gerade so in Deutschland. Heute also ohne Badehose.

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16.51 Uhr:

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16.56 Uhr. Eine schlaue Krähe. Ich hatte die Vögel mit Brot gefüttert. Die Möwen schlangen das Fressen sofort runter, die Krähe hat die großen Stücke im Sand verbuddelt und mit einem Stückchen Holz markiert (!!):

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17.09 Uhr. Von diesen Tieren hatte ich Anfang August wahre Schwärme erwartet. Gesehen hatte ich damals bestenfalls fünf:

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17.21 Uhr. Deutsch-polnisches Kulturverständnis:

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Ein Schild am Strand, von polnischer Seite aus: »Willkommen. Hinweis: In 300 m beginnt ein FKK-Strand.«

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Das Schild von deutscher Seite aus: »Willkommen. Hinweis: Sie überschreiten hier die Grenze nach Polen. Beachten Sie bitte die Einreisebestimmungen.«

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Ausdauer

Grenzüberschritend laufen

25. August 2009, 16 Uhr

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Am Strand entlang bis hinter die Ahlbecker Seebrücke gen Nordwesten. Zurück südöstlich auf der Strandpromenade bzw. durch den Wald bis kurz vorn Swinemünder Stadtrand und dann wieder am Strand entlang zu meinen Habseligkeiten.

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7,16 km in 49 min 14 sec gleich 8,73 km/h und 271 verbrannte kCal.

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Aha

John Irving ist toll

25. August 2009, 14 Uhr

Am Sonntag habe ich vergessen, ein Buch einzupacken (ich vergesse immer etwas einzupacken). Ich habe tatsächlich noch zwei Bücher von Christa Wolf in meinen Bücherregalen, die ich noch nicht gelesen habe. Gestern Morgen war ich deshalb in Ahlbeck in der vermutlich einzigen örtlichen Buchhandlung. In Buchhandlungen bin ich immer etwas ratlos, wenn ich keinen konkreten Plan habe, was ich kaufen soll. Viele Mankells. (Schreibt man den so? Wahrscheinlich Krimiautor. Lese ich nie.) Dann entdeckte ich Inge Jens. Und Monika Maron. Schließlich John Irvings „Bis ich dich finde“. Es gibt auch Bücher von John Irving, die ich noch nicht gelesen habe. Die stehen allerdings nicht bei mir zu Hause in den Regalen.

Jetzt lese ich also seit gestern mal wieder John Irving. Wie immer total verworren zu Beginn. Drei Millionen Figuren werden vorgestellt. Und ich ahne, dass sie mir „Jahre“ später wieder begegnen werden. Ich freue mich schon.

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Arbeit, Ausblicke, Ausflüge

Zweites Frühstück im Grenzbebiet

25. August 2009, 12 Uhr

Seit halb zwölf bin ich am Strand. Während sich in Berlin der Eine gerade erst aus dem Bett bewegt oder die Andere nach der Mittagspause sehnt, habe ich ein Bad in der Ostsee genossen und als zweites Frühstück zwei leckere polnische Brötchen mit mittelleckerem niederländischen Käse verdrückt. Ein Kaffee dazu wäre toll gewesen.

Ich liege auf dem ehemaligen Grenzstreifen. Gerade so in Deutschland. Ein paar Meter nordwestlich von mir erahnt man noch die DDR-Grenzsicherungsanlagen. (Im Moment schickt der Himmel einen fliegenden Händler vorbei. Mit Kawa. Kaffee. Eiskaffee zwar. Aber Kaffee. Toll.) Etwa fünfzig Meter südöstlich die tatsächliche Grenze zu Polen. Ich denke mal wieder über die Absurdität dieser DDR-Grenzanlagen nach. Selbst zum „Bruderland“ nach Osten totale Abschottung. Völlig beknackt.

Mir wird gewahr, dass dies heute wohl mein letzter Tag am Meer für das Jahr 2009 sein wird. Mit Sicherheit mein letzter Tag im Meer. Vielleicht sogar der letzte Sommertag. Ab morgen bin ich bis Ende September mit Ulrikes WGZ-Ausstellung beschäftigt. Dazwischen die anderen Aufträge. Aber ich will nicht jammern. Mir ist ziemlich lange schon bewusst, dass ich ein ungemein entspanntes (Arbeits-)Leben führe. Keine Pflicht, morgens Punkt neun an einem Schreibtisch zu sitzen. Womöglich sogar noch früher. Keinen Jahresurlaub, den ich im Herbst des Vorjahres genau planen muss. Ich hab’s schon ziemlich gut. Und aktuell, bei schätzungsweise 26 Grad, mit der rauschenden Ostsee vor mir, ganz besonders. Jetzt noch ein polnisches süßes Hörnchen und dazu den Eiskaffee!

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Architektur, Autos

Swinemünder Fundstücke

25. August 2009

Noch einmal mit Rad und Kamera quer durch den Ort und die Strandpromenade rauf und runter.

10.37 Uhr. Plattenbau neben dem Campingplatz:

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10.37 Uhr. Strandpromenade in Richtung Westen:

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10.38 Uhr. Strandpromenade, die Fußgängerzone, etwas weiter Richtung Meer (also rechts vom obigen Bild aufgenommen):

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10.38 Uhr. Strandpromenade, andere Blickrichtung. Wie man sieht, ist dort leider alles mit Verkaufsbuden zugebaut. Ich schrieb vor drei Wochen ja schon, dass ich vermute, dass die Polen auf so Budenzauber stehen. In Swinemünde ist es aber wirklich sehr dezent gehalten:

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10.39 Uhr:

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10.41 Uhr:

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10.42 Uhr:

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10.43 Uhr:

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10.44 Uhr:

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10.45 Uhr. Inzwischen eine absolute Rarität: Ein Fiat 125p. Als ich vor inzwischen mehr als fünfzehn Jahren das erste Mal in Polen war, fuhren praktisch nur diese Fiats, die kleineren 126 oder die etwas moderneren Polonez dort rum. Alle drei Typen sind inzwischen fast völlig aus dem Straßenbild verschwunden.

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10.48 Uhr:

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10.52 Uhr:

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11.06 Uhr. Auf der ul. Chopina. Ich würde tippen, hier wohnt man als echter Swinemünder:

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11.07 Uhr:

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11.08 Uhr. Was vom Kriege übrig blieb:

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11.10 Uhr. Bibliothek:

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11.16 Uhr. Noch einmal ulica Chopina:

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11.22 Uhr. Strandpromenade, nordwestliches Ende. »Na sprzedaż« heißt vermutlich »zu verkaufen«. Hat mal irgendjemand ne Million Złotych übrig? Könnte renoviert eine Goldgrube werden. Für Interessenten: www.DomyNadMorzem.pl

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11.23 Uhr. Ein paar wenige Gebäude weiter steht das letzte Haus an der Strandpromenade. Dahinter geht die Straße etwa einen halben Kilometer durch den Wald, dann kommt die Grenze nach Deutschland.

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Ausflüge

Vom Einpacken einer Heimstatt

25. August 2009

10.06 Uhr. Mein Zelt in voller »Größe«:

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10.10 Uhr. Im Inneren. Wie man sieht, sind die Platzverhältnisse nicht sehr üppig. Die Isoliermatte ist 50 cm breit:

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10.30 Uhr. Alles verstaut. Abreisebereit. Das Zelt samt Schlafsack und Isomatte ist in der schwarzen Tasche verstaut. In einer der zwei gelben Satteltaschen sind meine Klamotten, in der anderen Verpflegung und ein großes Badetuch. Mehr braucht man nicht für ein paar Tage Ostsee. Bei gutem Wetter.

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Ausflüge

Frühstück ohne alles

25. August 2009, 9 Uhr

Das Schlimmste an Übernachtungen an fremden Orten ist das Fehlen meines Morgenrituals. Aufstehen, kurz pinkeln gehen, Kaffee machen, mit dem wieder ins Bett gehen und dort wach werden. Mit dem iPod in der Hand. Weltlage checken. E-Mails lesen. Ich brauche morgens Stunden, um wach zu werden. Ohne Kaffee werde ich praktisch nie wach. Wie schlimm es mir Anfang August auf meiner Radtour und auch jetzt wieder nach dem Aufwachen (noch ohne wirklich wach zu sein) erging und ergeht, kann man sich denken. Ein Sprung ins Meer zum Sonnenaufgang hilft, auch ohne Kaffee in den Tag zu starten. Dazu muss das Meer aber direkt vor meinem „Bett“ sein.

Weil ich dieses Morgenritual schon seit Jahrzehnten brauche, kam ich bisher noch nicht einmal entfernst auf den Gedanken, Urlaub mit dem Zelt zu machen.

Heute war ich kurz nach sechs das erste Mal wach. Ich dachte nur, wie bescheuert bin ich eigentlich, dass ich das mit dem Zelt schon wieder mache. Über diesen Gedanken schlief ich zum Glück gleich wieder ein.

Dass ich überhaupt mit einem Zelt unterwegs bin, habe ich Dirk zu verdanken. Dirk ist ein Bekannter aus Lübeck, der – wie ich – Polen sehr mag. Das Land. Und gerne Rad fährt. Wir hatten letztes Jahr die Idee, zusammen mit den Rädern nach Masuren zu fahren. Dirk muss aus beruflichen Gründen seinen Jahresurlaub für das Folgejahr schon im Herbst einreichen. Anfang Juni schien uns eine gute Zeit für zwei Wochen Masuren. Die Details der Reise machten wir erst nach und nach im Frühjahr diesen Jahres klar. Unter anderem auch, dass wir zelten würden. Ich war mäßig begeistert. Dirk bestand aber darauf. So kam es, dass ich mir Ende Mai ein Zelt kaufte. Beim Zeltkauf war Dirk dabei, wir wollten zwei Tage danach mit dem Zug nach Allenstein aufbrechen. Daraus wurde nichts, weil es nach zwei Monaten Hochsommer im April und Mai zwei total verregnete Monate Juni und Juli gab.

Als es dann Anfang August endlich doch noch nach Sommer aussah, nach verlässlichem Sommer, startete ich mit meinem Rad. Und meinem Zelt. Wo ich es doch nun besaß.

So kam Achim B. zum Zelten. Richtig anfreunden werde ich mich mit dieser Form des Urlaubs wohl nie. Aber für maximal eine Woche ist es okay. Oder so einen Kurzausflug von zwei Tagen, wie aktuell. Man hat hat „seine Wohnung“ bei sich. Kann fast überall sein Lager aufschlagen. Und weiß danach seine eigenen vier Wände wieder sehr zu schätzen.

Jetzt zum Wachwerden gibt es auf dem innerstädtischen Campingplatz von Swinemünde – dem Himmel sei Dank – einen kleinen Laden, in dem sie große Becher Instantkaffee mit viel Milch servieren. Für die, die ohne Gaskocher unterwegs sind. Aber ohne Kaffee nicht wach werden.

Der zweite Becher ist gleich leer. Dann kann ich mein Zelt abbauen. Und danach ans Meer fahren. Heute soll es selbst hier an der Ostsee 26 Grad warm werden. Ich freu mich schon. Und dafür lohnt sich die ganze Qual am Morgen dann doch.

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