7. August 2009, 11.45 Uhr

Nach dem Aufstehen kurz nach acht Uhr bekam ich einen Kaffee quasi ans Bett gebracht. Meine Zeltplatznachbarin – eine Berlinerin, die mit halbwüchsigem Sohn und per Rad auf Wollin unterwegs und campingtechnisch bestens ausgestattet ist – bot mir einen auf ihrem Spirituskocher zubereiteten Kaffee an. Ein bisschen quasseln, ein bisschen duschen, ein bisschen Zelt einpacken und schon war elf Uhr. In Międzywodzie hab ich auf dem Weg ein süßes Mohnbrötchen verdrückt. Jetzt sitze ich in Berg Dievenow (Dziwnów) und habe Pierogi z kapustą i grzybami (Piroggen mit Kohl und Pilzen) bestellt. Auch hier wieder die offenbar unvermeidliche Beschallung mit schlechter Musik. Sonst alles bestens.

Mit der Klappbrücke am Ortseingang habe ich nun Wollin verlassen und befinde mich in Pommern.

Ich werde jetzt so fix wie möglich nach Kolberg (Kołobrzeg) fahren – laut meiner Fahrradkarte noch 78 Kilometer entfernt – und dort in den Zug steigen und nach Berlin zurück fahren. Richtig Strecke in Polen mit dem Rad zu fahren macht nicht wirklich Spaß. Entweder gibt es schlechte Radwege oder wahnsinnige Autofahrer, die mit 200 Sachen an einem vorbei brettern. Natürlich mit nur 25 Millimetern Abstand. Betet für mich!