7. August 2009, 22.15 Uhr

Der Zauber ist verflogen. Aktuell wünsche ich mir, sofort nach Hause gebeamt zu werden. Oder eine Pumpgun. Es gibt keine Möglichkeit, dieser Dauermusikhorrorbelästigung zu entgehen. Im Moment werde ich von drei Seiten beschallt. Ich sitze vor einem Restauracja, also einem richtigen Restaurant. Gegenüber Ohren betäubend laut Billigsttechno. Wummschäpperwumm. Über mir Lautsprecher des Restaurants. Nicht laut, aber auch von dort Musik. Vermutlich Radio. Zwischendurch quatscht nämlich immer mal wieder wer. Und von rechts irgendwas anderes mit viel Bioingzischzirp. Aber am schlimmsten ist dieser Horrortechno von gegenüber. Immerhin hört man die Autos nicht mehr vorbeifahren. Außer jemand kommt, der so richtig schön laut Musik in seiner Karre an hat. Und es gibt keine Chance, dieser Dauerbeschallung zu entgehen. Polen steigt gerade mächtig ab in meiner Beliebtheitsskala.

Auch das Zelten ist nichts für mich. So zwei, drei Tage kann man das ja mal machen. Aber eine Woche ist dann doch hart an der Grenze. Mein Zelt besitze ich nur, weil mein Reisepartner Dirk, mit dem ich vor zwei Monaten nach Masuren fahren wollte, auf Zelten bestand. Ich habe mir also Ende Mai ein Hightech-Zelt gekauft, die Masuren-Reise fiel wegen des Wetters aus, nun dachte ich, könne ich mein Equipment auch mal nutzen.

Also: wenn noch einmal Polen, dann ganz langweilig zum fünften Mal ins Pensjonat Eden in Zoppot.

Immerhin war es heute Abend am und im Meer noch einmal richtig toll. Direkt hinter meinem heutigen Zeltplatz in Fischerkaten (Pogorzelica) geht es durch 30 Meter Wald, eine Düne hoch und dann gleich an den Strand runter. Zum Sonnenuntergang war ich noch einmal richtig schwimmen. Sonst bin ich immer etwas unentspannt, ins Wasser zu gehen und dort länger zu bleiben. Schließlich habe ich keinen bei mir, der auf meine Sachen aufpassen kann.

So, ich trink mal mein Żywiec aus und hau mich in mein Zelt. Vielleicht bin ich zum Sonnenaufgang schon wach und kann wieder schwimmen gehen.