Archive for August 7th, 2009

Ausdauer, Ausflüge

Tag 7

7. August 2009, 23.30 Uhr

Von Heidebrink (Międzywodzie) bis Fischerkaten (Pogorzelica). 43 Kilometer. Fahrtzeit 2 Stunden 54 Minuten. Vmix 14,96 km/h, Vmax 29,81 km/h.

Ausdauer, Ausflüge

Ich will nach Hause

7. August 2009, 22.15 Uhr

Der Zauber ist verflogen. Aktuell wünsche ich mir, sofort nach Hause gebeamt zu werden. Oder eine Pumpgun. Es gibt keine Möglichkeit, dieser Dauermusikhorrorbelästigung zu entgehen. Im Moment werde ich von drei Seiten beschallt. Ich sitze vor einem Restauracja, also einem richtigen Restaurant. Gegenüber Ohren betäubend laut Billigsttechno. Wummschäpperwumm. Über mir Lautsprecher des Restaurants. Nicht laut, aber auch von dort Musik. Vermutlich Radio. Zwischendurch quatscht nämlich immer mal wieder wer. Und von rechts irgendwas anderes mit viel Bioingzischzirp. Aber am schlimmsten ist dieser Horrortechno von gegenüber. Immerhin hört man die Autos nicht mehr vorbeifahren. Außer jemand kommt, der so richtig schön laut Musik in seiner Karre an hat. Und es gibt keine Chance, dieser Dauerbeschallung zu entgehen. Polen steigt gerade mächtig ab in meiner Beliebtheitsskala.

Auch das Zelten ist nichts für mich. So zwei, drei Tage kann man das ja mal machen. Aber eine Woche ist dann doch hart an der Grenze. Mein Zelt besitze ich nur, weil mein Reisepartner Dirk, mit dem ich vor zwei Monaten nach Masuren fahren wollte, auf Zelten bestand. Ich habe mir also Ende Mai ein Hightech-Zelt gekauft, die Masuren-Reise fiel wegen des Wetters aus, nun dachte ich, könne ich mein Equipment auch mal nutzen.

Also: wenn noch einmal Polen, dann ganz langweilig zum fünften Mal ins Pensjonat Eden in Zoppot.

Immerhin war es heute Abend am und im Meer noch einmal richtig toll. Direkt hinter meinem heutigen Zeltplatz in Fischerkaten (Pogorzelica) geht es durch 30 Meter Wald, eine Düne hoch und dann gleich an den Strand runter. Zum Sonnenuntergang war ich noch einmal richtig schwimmen. Sonst bin ich immer etwas unentspannt, ins Wasser zu gehen und dort länger zu bleiben. Schließlich habe ich keinen bei mir, der auf meine Sachen aufpassen kann.

So, ich trink mal mein Żywiec aus und hau mich in mein Zelt. Vielleicht bin ich zum Sonnenaufgang schon wach und kann wieder schwimmen gehen.

Ausblicke

Pommersche Fundstücke

7. August 2009

16.19 Uhr. Aussichtsplattform über dem Strand von Rewahl:

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16.46 Uhr. Mein Fahrrad, der wahre Held dieser Tour:

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18.04 Uhr. Leuchtturm von Horst (Niechorze):

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18.39 Uhr. Schmalspurbahnhof von Fischerkaten (Pogorzelica):

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20.07 Uhr. Am Strand von Fischerkaten (Pogorzelica):

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20.41 Uhr:

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20.43 Uhr:

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Ausdauer, Ausflüge

Rewahl (bei Windstärke 10)

7. August 2009, 15.50 Uhr

Rewahl ist erreicht. Ehemals Rewahl, heute Rewal. Nicht zu verwechseln mit dem ehemaligen Reval, dem heutigen Tallinn. Rewal ist zum Glück keine Kirmesansammlung. Ganz hübsch hier. Beeindruckend auch die Steilküste der letzten Kilometer. Dazu später mehr, wenn ich meine Bilder hochlade.

Unterwegs ständig starker Gegenwind. Mein iPod-Wetterprogramm sagt 16 km/h Ostwind mit Böen von 28 km/h an. Anfühlen tut sich’s aber eher wie ständige 50 km/h. Sogar die Möwen „stehen“ im Wind, wenn sie ihre Flügel nicht bewegen.

Ich bin sehr froh, dass ich noch lebe. Trotz des wahnwitzigen Fahrstils der Polen fahre ich lieber auf der Straße. Die Radwege gehen gar nicht. Da kommt man bei dem Wind gar nicht vom Fleck. Der Fahrbahnbelag (entweder Sand oder total wackelig verlegte Platten) lassen einen das Gefühl haben, man habe einen 100 Kilogramm schweren Anhänger am Rad.

Mal eine Runde baden wäre nicht schlecht. Bei 27 Grad. Ich hab echt so ein Glück mit dem Wetter.

Ausdauer, Ausflüge

Pommersche Fundstücke

7. August 2009

11.30 Uhr: Blick zurück: Die Brücke zwischen Wollin (im Bild) und dem pommerschen Festland (mir im Rücken):

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12.38 Uhr. Berg Dievenow (Dziwnów):

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12.42 Uhr:

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13.48 Uhr:

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14.27 Uhr. Bei Rewahl (Rewal)

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14.58 Uhr. Die Kirchenruine von Haff (Trzęsacz):

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15.08 Uhr. Am Bahnhof von Haff (Trzęsacz):

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15.11 Uhr:

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15.12 Uhr:

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15.22 Uhr. Bahnhof von Rewahl:

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15.50 Uhr. Rewahl:

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Ausflüge

Zum Frühstück: Pierogi

7. August 2009, 11.45 Uhr

Nach dem Aufstehen kurz nach acht Uhr bekam ich einen Kaffee quasi ans Bett gebracht. Meine Zeltplatznachbarin – eine Berlinerin, die mit halbwüchsigem Sohn und per Rad auf Wollin unterwegs und campingtechnisch bestens ausgestattet ist – bot mir einen auf ihrem Spirituskocher zubereiteten Kaffee an. Ein bisschen quasseln, ein bisschen duschen, ein bisschen Zelt einpacken und schon war elf Uhr. In Międzywodzie hab ich auf dem Weg ein süßes Mohnbrötchen verdrückt. Jetzt sitze ich in Berg Dievenow (Dziwnów) und habe Pierogi z kapustą i grzybami (Piroggen mit Kohl und Pilzen) bestellt. Auch hier wieder die offenbar unvermeidliche Beschallung mit schlechter Musik. Sonst alles bestens.

Mit der Klappbrücke am Ortseingang habe ich nun Wollin verlassen und befinde mich in Pommern.

Ich werde jetzt so fix wie möglich nach Kolberg (Kołobrzeg) fahren – laut meiner Fahrradkarte noch 78 Kilometer entfernt – und dort in den Zug steigen und nach Berlin zurück fahren. Richtig Strecke in Polen mit dem Rad zu fahren macht nicht wirklich Spaß. Entweder gibt es schlechte Radwege oder wahnsinnige Autofahrer, die mit 200 Sachen an einem vorbei brettern. Natürlich mit nur 25 Millimetern Abstand. Betet für mich!

Ausdauer, Ausflüge

Tag 6

6. August 2009, 23.55 Uhr

Von Ahlbeck bis Heidebrink (Międzywodzie). 71 Kilometer. Fahrtzeit 4 Stunden 36 Minuten. Vmix 15,45 km/h, Vmax 31,81 km/h.