Archive for August 6th, 2009

Ausflüge, Autsch

Allmählich entsetzt man sich doch …

6. August 2009, 22.15 Uhr

Christa Wolf kommt mir mal wieder in den Sinn. In einer ihrer Aufzeichnungen zu „Ein Tag im Jahr“ erzählt sie – noch zu DDR-Zeiten – von den Bemühungen um eine Wohnung bzw. um einen Wohnungstausch. Sie und ihr Mann schauen sich auch andere Wohnungen an, die für einen Ringtausch in Frage kommen. „Allmählich entsetzt man sich doch, wie die Leute wohnen“ ist, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ihr Kommentar. Der kam mir heute Abend in den Sinn. Allmählich entsetzt man sich schon, wie die Leute Urlaub machen. Ich bin in Międzywodzie gelandet. Ehemals Heidebrink. Nach dem tollen Stranderlebnis und den endlos langen 60 Kilometern auf dem Rad heute dachte ich, es reicht für den Tag. Ich habe mich auf einem Campingplatz eingemietet. Ich kann ja nicht nur wild zelten. Obwohl der Strand am Abend schon wieder sehr verführerisch war. Aber das ist ne andere Geschichte. Ich bin also auf einem Campingplatz. Und wollte was essen. Vom Zeltplatz bin ich ins Dorf gefahren. Vom eigentlichen Ort habe ich nichts gesehen. Alles ist voller Buden. Jetzt komme ich wieder auf Frau Wolf. Ich entsetze mich allmählich, wie Polen Urlaub machen. Kirmes, laute (und extrem billige) Musik, Budenzauber, Blinklichter. All das scheint zum perfekten polnischen Ostseeferienort dazuzugehören. In klitzekleinen Ansätzen kenne ich das aus Zoppot. Aber hier und in Misdroy ist es extrem. Ich bin gespannt, was mich auf meiner Reise noch erwartet.

Das Essen rettet es aber mal wieder. Ich hatte eben sehr leckeren Fisch. Und in meiner Verpflegungsstation (ein klassisches Restaurant konnte ich nicht finden, ich sitze nun in so einer Art besseren Selbstbedienungs-Hütte) läuft als Beschallung „nur“ Robbie Williams mit Frank-Sinatra-Songs. Geradezu eine Wohltat gegenüber der sonst vorherrschenden Billig-Techno-Beschallung.

Es ist also doch nicht alles so toll in Polen. Sonst lass ich ja nichts auf mein Lieblingsland kommen.

Ausblicke, Ausdauer, Ausflüge

Et encore une fois: la mer

6. August 2009, 19 Uhr

Und wieder habe ich das Meer erreicht. In Heidebrink (Międzywodzie) – Luftlinie etwa 35 Kilometer östlich von Ahlbeck, gefahren bin ich 62, die mir allerdings vorkamen wie 150. Ich werde wohl wieder reinspringen müssen. Nicht unerwähnt soll der feine Sand unter meinen Füßen bleiben, die Sonne, die noch scheint und der fast menschenleere Strand.

Ausdauer, Ausflüge

Wolliner Fundstücke

6. August 2009

18.50 Uhr. Am Strand von Heidebrink (Międzywodzie):

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Ausblicke

Zweimal Köpper

6. August 2009, 17.45 Uhr

Wenn es ganz schlimm ist unterwegs, kommt immer eine Belohnung. Die gibt es gerade in Form eines superidyllischen Waldsees bei Kolzow (Kolczewo). Traumhaft!

Nach zwei Kopfsprüngen bin ich gestärkt für die nächsten 15 Kilometer.

Ausblicke

Wolliner Fundstücke

6. August 2009

17.06 Uhr:

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17.27 Uhr. See bei Kolzow:

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Ausdauer, Ausflüge

Schinderei und Verbrüderungsversuche auf Wollin

6. August 2009, 16.30 Uhr

Misdroy habe ich recht schnell verlassen. Gefiel mir nicht so gut dort. Ein architektonisch hübsches Städtchen, das aber leider total überlaufen ist. Die Polen – das merkte ich schon bei meinen Besuchen an der Danziger Bucht – scheinen im Urlaub eine Vorliebe fürs Bunte und Kirmesartige zu haben. Ganz Misdroy wirkt wie ein großer Rummel. Okay, dort also schnell weg. Nicht, ohne mich verfahren zu haben. Zum Glück habe ich das recht schnell bemerkt.

Nach Misdroy kommt man sofort in den Wolliner Nationalpark. Natur pur. Leider mit hundsmiserabler Strecke. Sand. Steine. Löcher. Äste. Oder alles vier in Kombination. Bergan schafft man maximal 12/13 km/h, bergab wollte ich nicht schneller fahren, weil es mir zu gefährlich erschien.

Die Strecke durch den Wald ist laut Karte 10 Kilometer lang. Diese kamem mir vor wie 50. Bis auf eine Kleinigkeit auf der Swinemünder Fähre hatte ich heute noch nichts gegessen. Mir war nach einer Pause. Nach trinken. Nach essen. Aber keine Bank weit und breit. Ich war wirklich schon dem Zusammenbruch nahe, da kam ein kleines Dorf mit einer Bushaltestelle. Auf einer Bank zwei Männer. Die Bank bestimmt drei Meter lang. Ich grüße und will mich dazu setzen. Steht der eine Mann (etwa 50 Jahre alt, eindeutig betrunken) auf und gibt mir die Hand. Ich erwidere den Handschlag und kann gerade so eine Umarmung abwehren. Ich mach ihm klar, dass ich was trinken möchte, er quatscht auf mich ein und will mich dauernd anfassen. Ich weiche ihm dezent, aber doch eindeutig aus. Schaffe es sogar, eine Wasserflasche auszupacken und auf ex auszutrinken. 1,5 Liter. Das war nötig. Der Typ lässt nicht von mir ab. Ich wechsele sogar die Straßenseite mit meinem Rad. Dort habe ich noch eine Bank entdeckt. Der Typ läuft mir hinterher und lässt sich auch nicht von seinem fast zahnlosen Saufbruder abhalten, mir auf die Pelle zu rücken. Ich wollte nur eine Pause machen und was essen. Schließlich bin ich geflüchtet. Ohne zu essen.

Nun habe ich – etwa 2 Kilometer weiter – eine andere Bushaltestelle gefunden. Bin völlig allein. Und inzwischen auch satt nach zwei Brötchen und einer Dose Oliven.

Ausdauer, Ausflüge

Wolliner Fundstücke

6. August 2009.

14.26 Uhr. Misdroy auf Wollin:

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14.40 Uhr:

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15.20 Uhr. Hinter Misdroy beginnt der Wolliner Nationalpark:

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15.48 Uhr. Bei Warnow (Warnowo):

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Ausflüge, Autsch

Ab Misdroy analog

6. August 2009, 14 Uhr

Ab sofort kann ich mit meiner Lumix keine Bilder mehr machen. In Berlin reicht mir eine Akkuladung für die Kamera mindestens zwei Wochen. Aber offenbar hab ich jetzt ein wenig mehr als sonst fotografiert. Unterwegs zwischen Swinemünde und Misdroy, als sich das Ende des Akkus abzeichnete, überlegte ich schon, was ich nun machen soll. Schlauerweise hab ich das Ladegerät dazu vergessen einzupacken. Bzw. dachte ich mir, dass eine Akkufüllung schon reichen würde. Natürlich bin ich zuerst in einen Fotoladen marschiert und habe dort nachgefragt, ob die mir den Akku laden können. Andere Optionen wären Abbruch der Reise gewesen, eine Unterbrechung mit Zugfahrt nach Berlin, der Bestechungsversuch von Herrn Neubert oder Frau Socke, auf meine Kosten mal eben mit meinem Ladegerät an die Ostsee zu fahren. Aber es gibt ja auch noch den guten alten Negativfilm in der Einwegknipse. So eine hab ich mir jetzt gekauft. Für 25 Złotych. Herr Neubert bzw. Frau Socke werden also nicht in den Genuss eines Hochsommertages an der Ostsee kommen.

Ausdauer, Ausflüge

Wolliner Fundstücke

6. August 2009. Östlich der Swine liegt Swinemünde auf der Insel Wollin.

13.00 Uhr. Ortsausgang Swinemünde:

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13.02 Uhr:

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13.14 Uhr.

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Swinemünder Fundstücke

6. August 2009

11.39 Uhr. Swinemünder Hafen:

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11.41 Uhr. Engelsfestung (Fort Anioła):

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11.45 Uhr. Swinemünder Stadtfähren:

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12.22 Uhr:

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12.48 Uhr. Auf der Fähre:

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Ausflüge

Swinemünder Stadtfähre

6. August 2009, 12.30 Uhr

Ab und an scheine ich auch mal Glück mit Fähren zu haben. Es sei denn, die Swinemünder Stadtfähre versinkt gleich mit mir. Wenn das nicht passiert, geht’s gleich auf Wollin weiter.

Ausblicke, Ausflüge

Ein Morgen am Meer

6. August 2008, 8.30 Uhr

Der Tag begann für mich mit einem Sprung in die Ostsee um kurz nach halb sieben. Anschließend wurden Möwen und Krähen mit Brötchen von gestern gefüttert.

Irgendwie bin ich heute etwas lusch. Es treibt mich wenig auf die Strecke. Vielleicht, weil es hier in Ahlbeck so hübsch und ruhig ist. Ich lass mal den Kaffee weiter auf mich wirken.

Falls ich weiterfahren sollte, könnte es sein, dass ich mich bis zur Rückkehr nach Berlin nicht mehr melden kann. Im Moment nutze ich das Strandpromenaden-WLAN, die letzten Tage war ich meist per UMTS-Stick online. UMTS-Nutzung werde ich mir in Polen verkneifen, und ob es bis Rewahl und eventuell weiter so viel offene WLAN-Netze wie an der Danziger Bucht gibt, weiß ich nicht.

Ausblicke, Ausflüge

Wildtierfütterung

6. August 2009, 7.45 Uhr

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Ausblicke, Ausflüge

Morgenausblicke

6. August 2009

6.44 Uhr, Blick gen Nordosten:

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7.01 Uhr, Blick gen Süden:

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