5. Juli 2009

Nach der unsäglichen »Pro-Reli«-Kampagne will ich nun selbst mal was für die Kirche schreiben. Nicht für die Institution Kirche, sondern für ein bestimmtes Gebäude. Für die Petrikirche. Die kennt kaum einer. Die Petrikirche stand bis 1960 im Zentrum des Areals, das heute Fischerinsel heißt, damals einfach nur Cölln genannt wurde und war bis vor fünfzig Jahren das höchste Bauwerk der Stadt. Ich stand schon oft auf »meinem Nordbalkon« (der in Wirklichkeit einer der Balkone der zwei Treppenhäuser ist) und schaute auf das Loch, das sich dort auftut, wo die Kirche stand und verfluchte die Verantwortlichen, die die noch gut erhaltene Ruine 1960 bis 1964 abreißen ließen.

2009-07-05-1354.jpg

Topaktuelle Situation: Die Kirche befand sich dort, wo jetzt das weiße Zeltdach Ausgrabungen schützt.

Nun gibt es tatsächlich Pläne, sie wieder aufzubauen.

2009-07-04-getraudenkirche.jpg

Simulation: Büro Hans Kollhoff

Die Idee finde ich großartig. Bitte sofort bauen!

Zum Größenvergleich: Die Petrikirche war 111 Meter hoch, bei ähnlichem Format würde sich der Neubau wenige Meter unter dem Hotel Park Inn, dem Allianz-Hochhaus an der Treptower Brücke, dem Steglitzer Kreisel und dem noch zu bauenden Zoofenster einreihen. Die Hochhäuser auf der Fischerinsel sind knapp 70 Meter hoch.

Von mir aus könnte auf den Schlossnachbau verzichtet werden. Diese schlanke und elegante Kirche wünsche ich mir aber.

Mehr Bilder von den und Texte über die alte(n) Petrikirche(n) gibt es hier.