18. März 2009

11.00 Uhr

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»An der verabredeten Stelle beim Bahnhof Schönefeld stand Bruder Lutz …«

15.11 Uhr

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Foto: A. N.

»Fristgerecht konntet ihr sowohl die Anlagen zum Personalausweis als auch die dreimal dreihundert Złoty in Empfang nehmen …«

15.55 Uhr

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»Der Sonnenplatz ist, soviel du weißt, in deinen Träumen niemals vorgekommen. Nie hast du im Traum vor diesem Eckhaus Nummer 5 gestanden, das heute, sachlich den Tatsachen Rechnung tragend, diese seine Nummer zweimal bekanntgibt: durch die altbekannte, verwitterte, mit Zement an die Hauswand gespritzte 5 und gleich daneben durch das neue weiße Emailleschild mit derselben Zahl in Schwarz.« […] »… du kannst auf dem an der Hauswand angebrachten Straßenschild die polnische Schreibweise des Wortes ›Sonnenplatz‹ erahnen: Plac Słoneczny, was du ohne Vermittlung durch das Russische kaum entziffert hättest.«

16.03 Uhr

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»Mag sein, der Platz war auch früher schon ein bißchen schäbig. Stadtrand eben. Zweistöckige Wohnblocks der GEWOBA […], Anfang der dreißiger Jahre in den weißen Flugsand der Endmoräne gesetzt, die die Wepritzer Berge, geologisch gesehen, darstellten.«

16.07 Uhr

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»In das Haus seid ihr nicht hineingekommen. Ohne ersichtlichen Grund bliebst du links von der Treppe stehen, an den neuen achteckigen Peitschenmast gelehnt, dicht neben dem verfallenden niedrigen Lattenzaun, hinter dem ein Rest von Vorgarten sich erhält.«

16.26 Uhr

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»Ihr kamt, wie auch früher immer, von ›unten‹, das heißt von der Chaussee her, wo unter mächtig erstarkten Linden die Linie 1 der städtischen Straßenbahn endet, auf der immer noch die alten rot-gelben Wagen ihren Dienst versehen.«

Alle Zitate (in anderer Reihenfolge) aus: Christa Wolf, »Kindheitsmuster«, 1976.