25. Juli 2008, 16.45 Uhr

Heute dachte ich das erste Mal ans Aufgeben. Es ist einfach unglaublich heiss. Ich bin nach einer kleinen Stadtbesichtungstour durch Wittenberge um 11 Uhr „richtig“ gestartet. In Wittenberge hatte ich mir vorher eins von Gropius‘ ersten Werken angesehen. Die Schollensiedlung. Von 1910 oder so. Dazu spaeter noch ein lustiger Dialog mit einem der Bewohner.

Um 11 Uhr ging es also los. Immer schoen der Elbe lang. Fantastische Radwege, fernab jeder Strasse und jeder Zivilisation. Wieder ganz viele Stoerche und Wildgaense gesehen. Der Radweg ist meist auf der Elbdeichkrone. Man ist also den ganzen Tag der Sonne ausgesetzt. Das einzig Kuehlende ist der Fahrtwind. Aber ich will nicht jammern und denke an meene Beene, meinen Taint und die negative Energiebilanz.

Bisher habe ich 232 km zurueckgelegt. Die Haelfte der Gesamtstrecke waere also geschafft. Heute will ich noch etwa 30 km fahren. Bisher waren es 62 km.

Die Tour erfaehrt auch eine kleine Aenderung: Ich fahre nun bis Lauenburg an der Elbe lang und biege dort nach Norden ab. Nur Radweg ist mir doch lieber, als auch auf Strassen fahren zu muessen.

Unterwegs habe ich mir immer wieder die Absurditaet der innerdeutschen Grenze vor Augen gefuehrt. Beziehungsweise fahre ich ja fast die ganze Zeit auf ihr und ihren Kontrollwegen. In Berlin hab ich die Grenze auf der einen Seite noch ganz klar im Kopf, auf der anderen Seite aber auch voellig vergessen. Hier in dieser eigentlich unberuehrten Natur ist sie fuer mich noch unrealer. Was fuer traurige Wuerstchen die DDR-Oberen doch waren, dass sie ihre Buerger einsperren mussten.

Unterwegs fuhr ich durch ein Dorf namens Rueterberg (natuerlich mit Umlaut – aber ich kann ja jetzt nicht) durch. Der Ort ist in einem Elbbogen gelegen und schon deshalb von drei Seiten vom „Westen“ umgeben. Das Dorf lag komplett im Grenzgebiet und war somit Sperrgebiet. Lohnt sich bestimmt, danach zu googlen oder Wikipedia zu befragen.

So, jetzt mal weiter. Nach Hitzacker. Katastrophentourist spielen.

Fortsetzung